Ex-Germania-Piloten sollen Darlehen für Type Ratings zurückzahlen

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Viele Piloten der Germania hatten vom Unternehmen Darlehen für Ihre Musterberechtigung bekommen. Nun sollen die Piloten das Geld zurückzahlen, da es vom Insolvenzverwalter für die Gläubiger gefordert wird.

Mitarbeiter von Germania. © Germania

Piloten der insolventen Airline Germania, die von ihrem damaligen Arbeitgeber Darlehen zur Finanzierung ihrer Type Ratings bekommen haben, sollen diese weiter zurückzahlen. Wie das Pressebüro des Insolvenzverwalters Rüdiger Wienberg auf Anfrage von airliners.de bestätigte, hat die insolvente Fluggesellschaft Rückzahlungsansprüche aus Darlehensverträgen mit einer größeren Zahl von Piloten. Die betroffenen Flugzeugführer seien aufgefordert worden, die ausstehenden Darlehensraten weiter zu zahlen.

Insgesamt gehe es bei den Forderungen um Beträge in Höhe von rund einer Million Euro. Laut Insolvenzverwalter gehöre es zum gesetzlichen Auftrag, sämtliche ausstehenden Forderungen der insolventen Gesellschaft zugunsten der Gläubiger geltend zu machen.

Die nicht näher definierte größere Anzahl von Piloten der Germania hatte die Darlehen vom Unternehmen gewährt bekommen, um ihre Musterberechtigungen zu bezahlen. Diese Type Ratings sind zusätzlich zur eigentlichen Lizenz Voraussetzung, um große Verkehrsflugzeuge fliegen zu dürfen. Die Kosten liegen nach Informationen aus Pilotenkreisen je nach Anbieter meist bei 20.000 bis 30.000 Euro.

Insolvenzverfahren wird noch lange dauern

Im Insolvenzverfahren ist der erste Prüfungstermin für den 30. August 2019 vorgesehen. Forderungen der Gläubiger können bis zur Anmeldeendfrist am 01. Juli 2019 angemeldet werden. Zahlungen an die Gläubiger wird es laut Insolvenzverwalter wohl erst in mehreren Jahren geben. Das Verfahren werde aufgrund der Komplexität voraussichtlich mehrere Jahre dauern.

Der Insolvenzverwalter ging bei der Eröffnung des Verfahrens von über 600.000 betroffenen Reisenden aus, deren Flüge wegen der Insolvenz nicht stattfinden können. Germania hatte Anfang Februar Insolvenz angemeldet und den Flugbetrieb eingestellt. Wienberg hatte anfangs noch auf eine Investorenlösung gehofft und dafür Gespräche geführt. Am Ende seien aber alle seriösen Bieter abgesprungen, erklärte Wienberg damals. Die Stilllegung war dadurch nicht mehr abzuwenden gewesen.

© airliners.de, Oliver Pritzkow Lesen Sie auch: Ex-Germania-Maschinen überwiegend am Boden Übersicht

Von: hr, br

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