Eurowings Europe: Vida fordert Branchenvertrag

Nach fast zweijährigen Verhandlungen gibt es für Eurowings Europe noch keinen Kollektivvertrag. Zum Abschluss fehlt der Gewerkschaft Vida ein entscheidender Punkt.

Flugzeuge von Eurowings und Austrian Airlines am Flughafen Wien. © AirTeamImages.com / Chris Jilli

Fast vier Monate nach der Einigung auf Eckpunkte ringen Eurowings Europe und die österreichische Gewerkschaft Vida immer noch um einen Kollektivvertrag. Er soll für die in Österreich beschäftigen rund 400 Piloten und Flugbegleiter gelten. Mittlerweile sei der Vertrag so gut wie unterschriftsreif, teilte Vida am Donnerstag in einem Presse-Statement mit. Ein entscheidender Punkt sei aber noch offen, so Johannes Schwarcz, Vorsitzender des Fachbereichs Luftfahrt in der Gewerkschaft.

Es geht nicht ohne Branchen-Kollektivvertrag

Vida fordert einen Branchen-Kollektivvertrag, denn nur dann könne der Kollektivvertrag zum Abschluss kommen. "Dieser würde sicherstellen, dass der Kollektivvertrag nicht zu unternehmenspolitischen Entscheidungen herangezogen werden könne."

Denn das sei bereits in der Vergangenheit passiert. Damals habe der Europäische Gerichtshof (EuGH) einen Betriebsübergang als nichtig erklärt, weil dieser wohl nur durchgeführt wurde, um Löhne und Arbeitsstandards zu senken, heißt es in der Pressemitteilung.

"Die Wirtschaftskammer sollte endlich einsehen, dass einheitliche Spielregeln, wie in anderen Branchen üblich, längst überfällig sind", so Schwarcz. Denn in kaum einer anderen Branche seien die Arbeitsplätze so stark standardisiert wie beim fliegenden Personal für Flugzeuge ab 19 Sitzplätzen.

Langer weg zum Kollektivvertrag

Die Vida verhandelt seit fast zwei Jahren über einen entsprechenden Kontrakt beim österreichischen Ableger der Lufthansa-Billigtochter. Die Gespräche wurden mehrfach vertagt. Mitte Dezember legte Eurowings nach airliners.de-Informationen ein neues Angebot vor, das als Grundlage für die nachfolgenden Verhandlungen diente. Seit Ende Juni ist der Kollektivvertrag ausformuliert.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Das ist die Tarifsituation bei Eurowings Überblick

Eurowings Europe betreibt an den Basen München, Palma de Mallorca, Salzburg und Wien insgesamt zwölf Maschinen der A320-Familie für Eurowings. Die Mitarbeiter werden allerdings - auf Grundlage nationaler Regelungen - unterschiedlich bezahlt, weswegen immer wieder Unmut aufkam.

Von: br, pra

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