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Eurowings Discover, der Ferienflieger der Lufthansa. © Eurowings Discover
Business-Class-Catering bei Eurowings Discover. © airliners.de / Michael Hesse
Economy-Catering bei Eurowings Discover. © airliners.de / Michael Hesse
A330 der Eurowings Discover © Lufthansa Group
Crew der Eurowings Discover © Eurowings Discover
Economy sowie Premium Economy bei Eurowings Discover. © airliners.de / Michael Hesse
Die Business-Class bei Eurowings Discover nutzt die selben Sitze wie Lufthansa. © airliners.de / Michael Hesse

Große Ideen können so einfach klingen. So hatte Apple-Gründer Steve Jobs einmal mit Blick auf Wettbewerber gesagt, es reiche nicht aus, es nur besser machen zu wollen. "Man muss es anders machen", so der verstorbene Jobs. Genau das habe man sich bei "Eurowings Discover" vorgenommen, "es anders zu machen als die anderen", sagte der Chef der neugegründeten Lufthansa-Ferienflugtochter, Wolfgang Raebiger, zum Start am Mittwoch in Frankfurt.

"Der Zeitpunkt hätte kaum besser sein können. Menschen können endlich wieder reisen und wir sind startklar, um sie zu den schönsten Reisezielen der Welt zu fliegen," betonte er. Man habe innerhalb nur eines Jahres eine Airline aufgebaut. Das sei ein ambitioniertes Ziel gewesen, "das wir mit großer Unterstützung der gesamten Lufthansa Group, eines motivierten Teams und in enger Zusammenarbeit mit dem Luftfahrt-Bundesamt erreicht haben".

In einem Hangar am Frankfurter Flughafen stellten er und sein Kollege, CCO Helmut Wölfl, die Crews und die Markenidee vor. Exemplarisch stand ein frischlackiertes Flugzeug mit völlig neuer Innenausstattung in der riesigen Halle. "Wir wollen die Wenigflieger zelebrieren", sagte CEO Raebiger. Man setze auf jene Kunden, die vielleicht ein, zwei Mal im Jahr in Urlaub fliegen wolle. Sie will man mit attraktiven Fernzielen locken.

Die Reisebranche gilt als derzeit einziger Wachstumsmotor der Luftverkehrsbranche. Und als Wenigflieger setze man eben den von Steve Jobs genannten Unterschied zu den berufsbedingten Vielfliegern. Zählen sollen aber vor allem Werte. Und hier stehe die jederzeitige Erreichbarkeit für den Kunden auf der obersten Sprossenleiter der Wertestufen.

Flotte soll schnell auf 21 Flugzeuge wachsen

Die neu gegründete Lufthansa-Tochter "Eurowings Discover" wird neben dem Langstrecken-Drehkreuz Frankfurt vom kommenden Jahr an auch von München aus Mittelstreckenziele anbieten. Durch die Integration in das Lufthansa-Netzwerk würden Reisende von der direkten Anbindung an alle deutschen und europäischen Lufthansa-Abflugorte profitieren. Das gab Raebiger am Donnerstag bei der Präsentation bekannt. In München sollen vom Mai 2022 an fünf Mittelstreckenflugzeuge stationiert werden.

Doch zunächst will man vom Heimatflughafen Frankfurt aus mit anfänglich drei Langstreckenflugzeugen touristische Ziele ansteuern. Ein viertes Flugzeug soll als Reserve vorgehalten werden. Die Flotte soll dann bis Mitte nächsten Jahres auf 21 Flugzeuge wachsen. Zehn für die Mittelstrecke ausgelegte Airbus A320 und elf Langstrecken-Flugzeuge vom Typ A330 sollen dann die touristischen Ziele anfliegen.

Bevor es losgeht, plant "Eurowings Discover" ab Mitte Juli ausgewählte innereuropäische Flüge im Wet-Lease für die Lufthansa Group Airline Air Dolomiti durchzuführen, um den Flugbetrieb sukzessive aufzunehmen und einen reibungslosen Start zu gewährleisten.

Für Kunden sind Flüge mit "Eurowings Discover" sowohl auf "eurowings.com" als auch auf "lufthansa.com" buchbar. Ihnen werden drei Klassen auf den Mittel- und Langstreckenflügen angeboten: neben der Economy Class und einer Premium Economy im A320 wird es auf Langstreckenflügen eine Business Class geben.

Die "Eurowings Discover" tritt in Konkurrenz mit dem Ferienflieger Condor und will bereits im Winter 16 Ziele anfliegen. Für diesen Sommer sind bislang sechs Destinationen geplant. Mehr als 600 Mitarbeiter seien bereits in der neuen Fluggesellschaft eingestellt worden, teilte Raebiger mit.

Erster Flug geht nach Mombasa

Der erste Flug startet am 24. Juli nach Mombasa in Kenia, wovon es dann weiter nach Sansibar geht. Weitere Erstflüge sind nach Punta Cana in der Dominikanischen Republik und nach Windhoek in Namibia am 9. und 10. August geplant. Zudem werden Las Vegas und Mauritius am 30. September bzw. 1. Oktober angesteuert. Von November an sollen dann auch Mittelstreckenziele anvisiert werden.

Bei der Präsentation der ersten Langstreckenmaschine vom Typ Airbus A330 in dem Hangar wurde mitgeteilt, dass die Fluglinie über 22 Business-Class-Sitze, 17 Premium-Economy-Sitze und 231 Economy-Sitze verfüge. Die Produkte wurde eigens für die Eurowings Discover entwickelt, teilte die Fluglinie mit. Das gelte für Gardinen, Kissen oder Decken. Die Sitze der Business Class seien dieselben wie bei der Muttergesellschaften Lufthansa. Diese könnten zu Betten umfunktioniert werden.

Besonders das Unterhaltungssystem wurde auf die Kundschaft von des Ferienfliegers zugeschnitten. So können sich Gäste künftig per W-Lan in eine spezielle Cloud mit ihren Smartphones oder Tablets einloggen und ein umfangreiches Angebot an Filmen oder Spielen nutzen, erklärten die Betreiber.

In VR-Brillen den Bordservice erkunden

Zudem sollen sich Kunden künftig per VR-Brille ein (fast) reales Bild von ihrer Reise machen können. In der 3-D-Animation können sie dann Sitzmöglichkeiten Service an Bord schon einmal in Augenschein nehmen.

Auch das Essen trägt einen an die touristischen Ziele angepassten globalen Charakter. Auf den Hinfliegen zum Ferienort werden regiontypische Speisen angeboten. Auch dem sich wandelnden Zeitgeist gemäß sollen veganische Speisen angeboten werden, die gegen Aufpreis konsumiert werden können. Besonders der Cookie-Service auf Tagflügen wurde hervorgehoben, da die Kunden neben dem kulinarischen Genuss auch den Geruch von Kaffee und Keks gern genießen würden.

Und auch auf die CO2-Bilanz habe man bewusst geachtet, hieß es bei der Präsentation. So wird ein Besteck aus Bambus bestehend zum Essen gereicht. Zudem beteilige man sich an Kompensationsprojekten für eine bessere CO2-Bilanz.

Man sei "jung, innovativ und abenteuerlustig" und wolle so die Kundschaft für sich gewinnen. Man habe "Eurowings Discover" quasi aus dem Baukasten gebaut, meinte der CEO von "Eurowings Discover", Raebiger. Das schließe ein, dass man im Prozess selbst dazulerne.

Man setze auf das Feedback der Kunden. Raebiger, der ausgebildeter Pilot ist, will selbst von Zeit zu Zeit im Cockpit die Flugzeuge seiner Linie steuern, um möglichst nah am Kunden zu bleiben, wie er sagte.

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