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Eurowings macht Corona-Mittelsitzoption online buchbar

Eurowings führt den Verkauf freier Mittelsitze während Corona nach umfangreichen Markttests nun flächendeckend auf Europa-Flügen ein. Für Fluggesellschaften lohnt sich die neue Option gleich doppelt.

Eurowings-Flugbegleiterin mit Mund-Nasen-Schutz. © dpa / Marius Becker

Eurowings bietet in der Corona-Krise einen freien Mittelplatz gegen Bezahlung an. Ab 18 Euro pro Strecke können Passagiere dafür sorgen, dass in den typischen Dreier-Reihen der Mittelplatz neben ihnen während des gesamten Fluges frei bleibt.

"Ultra-Lowcost" funktioniere seit Corona nicht mehr, sagte Eurowings-CEO Jens Bischof: "Kunden wollen mehr Komfort und Abstand an Bord." Eurowings gehe deshalb davon aus, dass der freie Mittelsitz ein "sehr wichtiges Produkt beim Reisen der Zukunft" wird.

Die Option gibt es bereits seit einiger Zeit als telefonisch buchbare Option. Die Testphase für das neue Produkt sei erfolgreich abgeschlossen, hieß es jetzt. Rund 5000 Gäste hätten die Möglichkeit bereits genutzt. Man werde den Service daher nun ab September online buchbar machen.

Das neue Angebot ist dann laut Eurowings in allen Sitzreihen und auf allen Eurowings-Strecken innerhalb Europas buchbar – Verfügbarkeit vorausgesetzt. Der Preis kann dabei übrigens deutlich steigen. Je nach Nachfrage würden die Angebote preislich gesteuert, hieß es in einer Pressekonferenz mit Eurowings-Chef Jens Bischoff.

Eine für Airlines lohnende Option

Für Fluggesellschaften ist das Hinzubuchen freier Sitze eine durchaus lohnende Option. Denn anders als bei normalen Tickets fallen für einen verkauften leeren Sitzplatz keine Steuern und Gebühren an. Zudem kann die Airline ein und denselben Sitzplatz zweimal verkaufen. Einmal an den Passagier auf dem Fensterplatz und einmal an den auf dem Gang.

Der freie Mittelplatz war als Maßnahme diskutiert worden, in Corona-Zeiten für mehr Abstand zwischen den Passagieren zu sorgen. Die Fluggesellschaften mit der Eurowings-Mutter Lufthansa an der Spitze hatten eine solche Vorgabe aber als zu teuer und unnötig abgelehnt. Die Luft werde in Flugzeug-Kabinen schnell umgewälzt und zudem mit Hochleistungsfiltern gereinigt, lauteten die Argumente.

Eurowings hatte den freien Mittelsitz bereits vor Corona in der höchsten Buchungsklasse eingeschlossen. Beim Ferienflieger Condor ist es beim Check-In für 39,90 Euro möglich, einen zufällig freigebliebenen freien Mittelsitz zu reservieren.

Derzeit fliegt Eurowings mit 51 Flugzeugen 72 Destinationen an, was einer Kapazität von etwas über 40 Prozent des Vorjahresniveaus entspreche, führte Bischoff aus. Eine ähnliche Größenordnung solle es auch im Winterflugplan sein. Im kommenden Sommer sollen es dann wieder bis zu 80 Maschinen sein. Die für kommendes Jahr geplante Auslieferung von A320 Neo, werde jedoch verschoben, diese werden wohl erst nach 2022 zur flotte stoßen.

Von: dh mit dpa

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