Eurowings-Langstreckenangebot an Lufthansa-Hubs wird ausgebaut

Vier neue Strecken bietet Eurowings im kommenden Sommer ab Frankfurt und München. Auch der dritte Eurowings-Langstrecken-Standort in Düsseldorf bleibt. Der Ausbau trifft vor allem Konkurrentin Condor.

Flugzeuge von Eurowings und Lufthansa am Flughafen München. © Flughafen München

Der Lufthansa-Konzern hat angekündigt, sein touristisches Langstreckenangebot an den Drehkreuzen München und Frankfurt weiter auszubauen. So startet die Billigmarke Eurowings im kommenden Sommer von beiden Airports jeweils zu zwei neuen Zielen, wie der Konzern am Mittwoch mitteilte. In Frankfurt handelt es sich dabei um Destinationen, die auch bei der Konkurrentin Condor im Angebot sind.

So wird der Konzern die beiden aktuellen Winterdestinationen Mauritius und Barbados im Sommer durch zwei USA-Ziele ersetzen. Phoenix wird ab 29. April angeboten und Anchorage in Alaska steht ab dem 1. Juni auf dem Flugplan. Komplettiert wird der Frankfurter Eurowings-Langstreckensommerflugplan durch Windhoek und Las Vegas, die damit ganzjährig im Angebot stehen. Durchgeführt werden die Flüge mit vier stationierten Airbus A330-200, die von Sunexpress betrieben werden.

Damit setzt Lufthansa ihre Billigmarke auf der Langstrecke auf vier Routen der Condor, die allerdings etliche weitere Ziele ab Frankfurt anfliegt. Zudem fliegt Eurowings in der Regel weniger wöchentliche Verbindungen als Condor.

Ein Ziel und drei Maschinen ab München

Ab München starteten Eurowings-Maschinen im Sommer 2020 nach Las Vegas, Orlando und Bangkok. Die Route in die thailändische Hauptstadt ist die einzige Eurowings-Langstrecke im Winter ab München und wird im Sommer weitergeführt. Mit dem kommenden Winterflugplan stationiert der Konzern dazu drei Maschinen vom Typ A330-200 im Erdinger Moos.

Auf Anfrage von airliners.de teilte ein Eurowings-Sprecher mit, dass für die täglichen München-Bangkok-Verbindungen zwei Maschinen gebraucht würden, um die Rotation darzustellen. Im Winter würde man darüber hinaus noch Charterflüge ex München fliegen.

Condor hat ihren Sommerflugplan ab München noch nicht zur Buchung freigegeben. Eine Sprecherin teilte auf Nachfrage mit, dass das in den kommenden Wochenerfolgen werde.

Neben dem Ausbau der beiden Lufthansa-Hubs wird Eurowings auch weiterhin Langstrecken ab Düsseldorf anbieten. Der Konzern versicherte gegenüber airliners.de, dass auch im kommenden Sommer vier Airbus-Langstrecken-Jets in Düsseldorf stationiert sein werden. Die Ziele der von Lufthansa-Tochter Brussels bereederten Maschinen stehen derzeit noch nicht fest. Laut eines Eurowings-Sprechers will man diese aber in Kürze bekanntgeben.

Lufthansa übernimmt Netzwerk-Management

In den nächsten Wochen wird Eurowings die kommerzielle Verantwortung ihrer Langstreckenflüge in die Hände des Lufthansa-Group Netzwerk-Managements überführen. Dieser Schritt wurde vor einigen Wochen angekündigt. Für die Langstreckenflüge an den Drehkreuzen Frankfurt und München wird diese Umstellung mit Beginn des kommenden Winterflugplans vollzogen, die Langstreckenflüge in Düsseldorf übernimmt die Konzernmutter zum 1. Januar 2020.

© Eurowings, Lesen Sie auch: Eurowings-Marke fliegt weiter Langstrecke

Insgesamt verfestigt sich damit der von Lufthansa-Vertriebschefin Heike Birlenbach im März angekündigte Weg, besonders auf der touristischen Langstrecke wachsen zu wollen. Damals sagte sie zu airliners.de "Gerade im Tourismus-Segment sehen wir riesige Wachstumspotentiale für die Lufthansa-Group".

Das Wachstum im touristischen Bereich sei aktuell stärker als in allen anderen Segmenten. Daher wolle die Lufthansa-Gruppe auch die Zusammenarbeit mit touristischen Veranstaltern stark ausbauen. Eine Basis für den Ausbau der Leisure-Langstrecke soll Eurowings sein.

Das sei besonders wichtig, um die sehr preissensiblen Kunden zu erreichen. "Bei den rein touristischen Destinationen haben wir mit der Eurowings-Produktlinie eine bessere Wachstumschance", so Birlenbach: "Genau dafür brauchen wir die Eurowings."

Von: br

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