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Europäischer Airline-Verband fordert Sofortmaßnahmen gegen Corona-Krise

Für den europäischen Dachverband der Fluggesellschaften sind unterstützende Maßnahmen für die Luftfahrtbranche durch die Politik unerlässlich. Vor allem die Fluggastrechteverordnung scheint den Airlines angesichts vieler Flugausfälle Sorgen zu bereiten.

Vertreter der Mitglieds-Airlines von A4E mit EU-Verkehrskommissarin Adina-Iona Vălean © Airlines for Europe

Die europäischen Luftfahrtdachverbände "Airlines for Europe" (A4E) fordern die EU und ihre Mitgliedstaaten zu zügigen und umfassenden Reaktionen auf, um die Coronavirus-Krise und ihre Folgen für die Luftfahrt einzudämmen.

In Anbetracht der zunehmenden Auswirkungen der neu verhängten COVID-19-Reisebeschränkungen in den USA und der weit verbreiteten Flugannullierungen in ganz Europa seien dringend Maßnahmen nötig, die der Branche kurz- wie langfristig helfen, teilt A4E mit. Die drei wichtigsten Handlungsfelder sind in den Augen des Verbands zunächst:

  • Die Bestätigung und sofortige Umsetzung der durch die EU-Kommission angekündigten Aussetzung der EU-Slotverordnung bis zum Ende der Sommersaison (25. Oktober). A4E begrüße die rasche Entscheidung der Kommission, den Fluggesellschaften einen vorübergehenden Verzicht auf die "Use it or lose it"-Flughafen-Slot-Verordnung zu gewähren. Allerdings sei die Dauer der Aussetzung nach wie vor unklar. Eine rasche Klärung sowohl im Europäischen Rat als auch im Europäischen Parlament sei unverzichtbar.
  • Stundung oder Verzicht auf neue Luftfahrtsteuern auf EU- oder nationaler Ebene, um die künftige Erholung des Sektors zu unterstützen. Neue Steuerbelastungen sollten verschoben werden, bis die Branche wieder auf einer soliden operativen und finanziellen Grundlage stehe, fordert A4E.
  • Zudem müsse schnell Klarheit über die Aufnahme von COVID-19 als "außerordentlicher Umstand" in die Verordnung über Fluggastrechte und -Entschädigungen herrschen. Da von mehreren Mitgliedstaaten und Drittländern bereits Reisebeschränkungen eingeführt wurden, sollte geprüft werden, ob die derzeitige Verpflichtung zur anderweitigen Beförderung unter allen Umständen praktikabel ist, so A4E. Oder ob nicht eine längere Zeitspanne für die anderweitige Beförderung ohne Ausgleichszahlungen zulässig wäre, sofern eine angemessene Begründung vorliege.

© A4E, Lesen Sie auch: Europas Airline-Chefs formulieren Politik-Ziele und sorgen sich um Coronavirus

"Diese Krise unterstreicht erneut die dringende Notwendigkeit, den Vorschlag der Kommission von 2013 zur Überarbeitung der europäischen Verordnung über Fluggastrechte anzunehmen," ergänzt A4E-Managing-Director Thomas Reynart den Vorschlag.

Man fordere die Kommission und die Mitgliedstaaten dringend auf, die angesprochenen Maßnahmen zu unterstützen, so Reynart. "Um es klar zu sagen: Die Fluggesellschaften werden sich weiterhin so gut wie möglich um unsere Passagiere und unser Personal kümmern, wie es unter den gegebenen Umständen möglich ist - aber sofortige Maßnahmen zur Linderung der Auswirkungen dieser Krise auf unseren Sektor sind dringend erforderlich."

A4E werde in den kommenden Wochen weiterhin eng mit den EU-Institutionen zusammenarbeiten, um die Situation zu überwachen und die erforderlichen Maßnahmen und die Situation ständig neu zu bewerten.

Von: dk

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