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Streikende Ryanair-Piloten vor dem Firmensitz der Airline in Dublin. © dpa / Niall Carson

Ryanair hat zunehmend Probleme, mit den vorherrschenden Arbeitsbedingungen ihre Belegschaften in Europa für die reguläre Arbeit zu begeistern. Nachdem es in vielen Ländern schon länger Unmut gab, greifen die Mitarbeiter zunehmend zum Mittel des Streiks, um ihre Ziele gegenüber dem Billigflieger durchzusetzen.

Die spanische Flugbegleitergewerkschaft SICTPLA hat nun einen zehntägigen Streik angekündigt, wie aus einer Mitteilung der Vereinigung hervorgeht. Ryanair weigert sich nach Angaben von SICTPLA, spanisches Arbeitsrecht anzuerkennen und einzuhalten.

Die Airline hätte sich außerdem geweigert, Formalitäten wie Verhandlungsort und -sprache schriftlich festzuhalten. Darüber hinaus hätten die Ryanair-Verhandlungspartner nicht einmal ein Papier unterzeichnen wollen, das eine Nicht-Einigung dokumentiert. Aus diesen Gründen kündigte die SICTPLA nach Informationen des irischen öffentlich-rechtlichen Rundfunksenders "RTE" nun Streiks für zehn Tage über den September verteilt an.

Deutsche Piloten seit Monaten in Verhandlungen

Auch in Deutschland schwelt die Auseinandersetzung zwischen Ryanair und seinen Arbeitnehmern weiter. Die Vereinigung Cockpit fordert die Errichtung eines Flugbetriebs (AOC) mit deutscher Lizenz, während Ryanair erwägt, die an deutschen Flughäfen basierten Jets von der Tochter Malta Air betreiben zu lassen. Das Personal könne auch in dieser Konstruktion die Abgaben dann wie gewünscht an den Einsatzorten zahlen.

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Britische Piloten wollen ebenfalls streiken

Auch die britische Pilotenvereinigung "British Airline Pilots Association" (Balpa) droht mit Streiks. Die Balpa hat das Ryanair-Management aufgefordert, Verhandlungen über die Arbeitsbedingungen aufzunehmen. Keine Einzige der im März an Ryanair übermittelten Forderungen der Gewerkschaft zu Themen wie Pensionen, Lizenzverlustversicherungen oder Mutterschutz-Vereinbarungen sei in irgendeiner Form bearbeitet worden, teilte die Gewerkschaft mit.

Balpa-Generalsekretär Brian Stutton sagte, dass die Belegschaft keine guten Erfahrungen mit direkten Verhandlungen mit Ryanair gemacht hätte. Seine Gewerkschaft sei weiterhin für Verhandlungen offen. Die Airline solle neue Gespräche mit der BALAP führen, um Streiks zu verhindern.

In einer Abstimmung der Balpa hatten sich nach Angaben der Gewerkschaft 80 Prozent der Teilnehmer für Streiks ausgesprochen. Ab kommender Woche würde der Ausstand beginnen, die Gewerkschaft sieht den 22. und 23. August sowie den 2. bis 4. September für Streiks vor.

Ryanair verwies auf Anfrage von airliners.de auf eine eigene Presseerklärung vom 7. August. Nach Angaben der Billigairline hätten weniger als 57 Prozent der bei der Balpa organisierten Piloten für den Streik gestimmt. Die Quelle dieser Zahl geht aus der Mitteilung nicht hervor. Weiter heißt es, dass weniger als 50 Prozent aller Ryanair-Piloten in Großbritannien überhaupt bei der Balpa organisiert seien, weshalb unter 30 Prozent aller Ryanair-Piloten in Großbritannien für Streiks gestimmt hätten.

Laut Ryanair hat es letztes Jahr eine 20-prozentige Gehaltserhöhung für die Piloten gegeben. Kapitäne würden besser bezahlt als bei den Mitbewerbern Norwegian und Jet2.

Auch irische Piloten drohen mit Ausstand

Anfang August hatten auch die bei Ryanair in Irland direkt angestellten Piloten bei einer Abstimmung der "Irish Air Line Pilots Association" Ialpa mit 94 Prozent für Streiks votiert, falls das Management nicht zu Verhandlungen und Zugeständnissen bereit sein sollte.

Ryanair habe wieder den Standard-Kurs der Konfrontation gewählt, hieß es von Seiten der europäischen Pilotenvereinigung ECA. Sie kritisierte zudem, dass dem Ryanair-Management ein Jahr gereicht habe, um zwei neue Airlines aufzubauen und eine weitere zu übernehmen, es aber nach wie vor keinen Tarifvertrag gebe.

Von Seiten der Airline wurde die Kritik zurückgewiesen. In einem Statement heißt es, dass die Pilotenvertreter die Schlichtungsgespräche abgebrochen hätten, da es keine Fortschritte gegeben habe.

Laut Ryanair hätten die Piloten Gehaltserhöhungen von 101 Prozent auf ein Gehalt von 174.000 Euro gefordert. Der Billigflieger nennt diese Forderungen unrealistisch und nicht realisierbar. Man sei weiterhin offen für Schlichtungsgespräche.

Keine Rekorde mehr bei Ryanair

Derzeit kämpft der Billigflieger mit sinkenden Gewinnen und fehlenden 737 Max, von den Gewinnrekorden vergangener Jahre ist man bei Ryanair mittlerweile weit entfernt. Intern lässt CEO Michael O'Leary deshalb nun seine vier Airline-Marken gegeneinander antreten. Hier ist vor allem der tarifrechtliche Aspekt ein wichtiger Bestandteil, denn O’Leary baut mit verschiedenen Fluggesellschaften gegenüber den Belegschaften eine Drohkulisse auf.

© Ryanair, Boeing, Lesen Sie auch: Ryanair lässt ihre Töchter gegeneinander antreten Hintergrund

Mit dieser Taktik sah sich auch die Belegschaft von Laudamotion konfrontiert. CEO Andreas Gruber hatte in einem Mitarbeiterbrief geschrieben, dass Ryanair selbst vier Flugzeuge an der Lauda-Heimatbasis Wien stationieren werde, sollten die Kosten bei der österreichischen Tochter nicht schnell sinken. Einen Tag vor Ablauf seiner Frist am 14. August gab es eine Einigung mit der Belegschaft in Wien.

Die Lauda-Piloten können damit künftig flexibler eingesetzt werden. Der Lauda-Betriebsratsvorsitzende Sandro Mayer sprach laut österreichischer Nachrichtenagentur APA von einem "akzeptablen Ergebnis", das die Arbeitsplätze im Cockpit sichern könne. Die Piloten hätten Neuregelungen bei Urlaub und Einsatzstunden in Betriebsversammlungen mehrheitlich zugestimmt. Mayer hofft, dass es damit nicht zu den drohenden Kündigungen von Lauda-Piloten kommt und somit auch keine Kampfmaßnahmen drohten.

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