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Digitaler Corona-Impfpass (Symbolbild). © Adobe Stock / Nattakorn

Über 80 Prozent Passagier-Rückgang verzeichnen die europäischen Flughäfen für das erste Quartal des neuen Jahres gegenüber der Vor-Corona-Zeit. Angesichts der anhaltenden Abwärtsspirale gehe es im kommenden Sommer für Teile der Branche bereits "um alles oder nichts", beklagen die europäischen Dachverbände der Airlines (A4E) und Flughäfen (ACI Europe) in einem gemeinsamen Brief an Staats- und Regierungschefs der EU.

Sie appellieren an mehr Transparenz in den Vorbereitungen für einen EU-Impfpass und vor allem "dringende Maßnahmen, damit die digitalen Zertifikate bis spätestens Ende Juni ausgegeben werden können." Man sei zwar erleichtert, dass der Gesetzgebungsprozess nach den Vorschlägen der EU-Kommission beschleunigt worden sei, doch dies sei noch lange keine Garantie, dass der Impfpass auch wirklich breit in die Tat umgesetzt werde. Das liege in der Hand der einzelnen Mitgliedstaaten und deren Pläne blieben für die Industrie weiter weitgehend unklar.

Es stünden Millionen von Arbeitsplätzen in der Luftfahrt und im Tourismus insgesamt auf dem Spiel, warnen die Branchenvertreter. Es sei dringend notwendig, die laufenden Vorbereitungen transparent zu machen und so früh wie möglich Zieldaten festzulegen und mitzuteilen, um den Stand der Vorbereitungen in jedem EU/EWR-Land und der Schweiz zu ermitteln.

Sie wiesen auch auf die Notwendigkeit hin, "eine effektive und frühzeitige Planung und Koordinierung über die Bedingungen und Kriterien für die Lockerung der Reisebeschränkungen sowohl innerhalb der EU/EWR/Schweiz als auch extern sicherzustellen". Der jüngste technische Bericht der europäischen Seuchenschutzbehörde ECDC, enthalte neue Leitlinien, die ausdrücklich die Möglichkeit eines Verzichts auf Tests und Quarantäneanforderungen für vollständig geimpfte Reisende vorsehen. Vor dem Hintergrund dieser Erkenntnis müsse eine Lockerung von Reisebeschränkungen bereits jetzt geplant werden.