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Eurocontrol sieht stagnierenden Flugverkehr bis Februar 2021

Die europäische Flugsicherungsbehörde muss ihr Erholungsszenario für den Luftverkehr überarbeiten. Zwar war das April-Szenario von Eurocontrol bisher recht genau, doch neue Entwicklungen ändern dies.

Flugbewegungen im deutschen Luftraum © dpa

Eurocontrol hat ihr zweites Szenario zur Erholung des europäischen Luftverkehrs vorgestellt. Es ersetzt die bisherige Prognose vom 24. April. Damals hatte die Behörde eine rasch steigende Corona-Erholung im europäischen Luftverkehr vorhergesagt, war bis vor Kurzem auch mit sehr hoher Präzision so eingetreten war.

Vor einigen Wochen gab es jedoch einen Knick in dem Graphen - und zwar nach unten. Grund waren steigende Infektionszahlen in zahlreichen Ländern sowie unter anderem von Deutschland ausgewiesene neue Risikogebiete durch das Robert Koch Institut. Das hatte Auswirkungen auf die Flugbewegungen, wie auch im letzten Comprehensive Assessment (PDF) vom 9. September 2020 zu sehen waren. Die beiden größten Marktteilnehmer nach Flügen, Ryanair und Easyjet, reduzierten ihre Bewegungen um 20 respektive 33 Prozent.

Das neue September-Szenario zeigt erst einmal keine Erholung der Flugbewegungen. Foto: © Eurocontrol

Vor allem Full Service Carrier konnten ihr Angebot aber erhöhen. So war Air France am 8. September mit einem Plus von 17 Prozent (555 Flüge) recht nahe an Easyjet (601 Flüge). Insgesamt sank die Anzahl der Flugbewegungen im Vergleich zum Vorjahr um 53 Prozent. Im April-Szenario war eigentlich eine Erholung auf ein deutlich geringeres Minus von 40 Prozent vorhergesehen worden. Damit bewegte sich die Kurve aber in Richtung des sogenannten "Uncoordinated Measures"-Szenario. Doch selbst diese eher als "Worst Case"-Szenario einzustufende Prognose scheint nun zu positiv für die kommenden Monate.

Eurocontrol erwartet nun weiter stattdessen eine weiterhin sinkende Zahl der Flugbewegungen. Natürlich sinkt die Anzahl der Flugbewegungen in Richtung Winter ohnehin, sodass die absoluten Zahlen nur bedingt ein klares Bild zeichnen und der Jahresvergleich notwendig ist.

Im April 2020 war Eurocontrol noch zuversichtlich, dass der Lufrtverkehr sich deutlich erholt. Foto: © Eurocontrol

Die Flugbewegungen sollen nun nach Eurowings-Prognosen im Jahresvergleich bis Dezember zwischen minus 54 und minus 60 Prozent bleiben. Im Dezember wird ein minimaler Anstieg erwartet. Im Februar 2021 hofft die Flugsicherungseinrichtung dann nur noch auf eine Halbierung des Flugverkehrs. Weiter geht die Prognose bisher nicht.

Das Szenario beinhaltet nun den Umstand, dass sich die Mitgliedsstaaten zueinander unkoordiniert verhalten, was den Grenzübertritt angeht. Dadurch bedingt werden potenzielle Fluggäste abgeschreckt, da die Regelungen verwirren. Gleichzeitig erwartet Eurocontrol weiterhin sehr wenig Interkontinentalverkehr.

© dpa, Arne Dedert Lesen Sie auch: Airlines drängen EU, einheitliche Corona-Regeln durchzusetzen

Von: as

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