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EuGH: Airlines müssen grundsätzlich über Flugänderungen informieren

Der Europäische Gerichtshof (EuGH) stärkt die Rechte von Flugreisenden: Airlines müssen bei Flugänderungen grundsätzlich ihre Passagiere informieren. Sie können das nicht einfach auf Reiseveranstalter abwälzen.

Reisende stehen am Flughafen Stuttgart an einer Anzeigetafel. © dpa / Wolfram Kastl

Fluglinien sind grundsätzlich verpflichtet, Reisende über Flugplanänderungen zwei Wochen vor der ursprünglichen Abflugzeit zu informieren. Sie können diese Pflicht nicht auf einen Reisevermittler abwälzen, bei dem der Kunde sein Ticket online gekauft hat, wie der Europäische Gerichtshof (EuGH) in einem nun verkündeten Urteil entschied. Nach EU-Recht müssen Airlines bis zu 600 Euro Ausgleichszahlungen leisten, falls sie Kunden nicht rechtzeitig informieren (Az. C-302/16).

Im Ausgangsfall hatte ein Verbraucher in Holland einen Flug nach Surinam in Südamerika mit der Airline SLM gebucht. Der Reisevermittler informierte ihn dann zehn Tage vor dem Datum über die Verschiebung des Fluges um 24 Stunden per E-Mail. Der Kunde forderte deshalb Ausgleichszahlungen von der Fluglinie, weil er nicht rechtzeitig informiert worden sei.

Die Airline verwies den Kunden aber an den Reisevermittler, der sich aber ebenfalls weigerte, zu zahlen. Begründung: Er sei nur Vermittler und nicht für Flugplanänderungen verantwortlich. Darüber zu informieren, sei Sache der Airline.

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Der EuGH entschied nun, dass das Luftfahrtunternehmen in solchen Fällen beweisen muss, ob und wann der Fluggast über die Verschiebung des Flugs unterrichtet wurde. Kann die Airline nicht belegen, dass der Kunde rechtzeitig informiert wurde, muss sie den jeweils vorgesehenen Ausgleich zahlen.

Von: ch, AFP

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