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EU und Russland verhandeln über Wiedereröffnung der Grenzen

Um eine etwaige Wiedereröffnung der EU-Grenzen für Russland geht es bei einem Treffen von Außenminister Heiko Maas und Sergej Lawrow in Moskau. Der Druck von russischer Seite ist groß, den Luftverkehr wieder zuzulassen.

Heiko Maas © stock.adobe.com / REUTERS / FABRIZIO BENSCH

Die deutsche Wirtschaft in Russland dringt vor dem Treffen von Außenminister Heiko Maas mit seinem Kollegen Sergej Lawrow in Moskau auf eine Wiederöffnung der Grenzen beider Länder. "Die Abriegelung von ganzen Staaten auf unbestimmte Zeit schafft Unsicherheiten und führt zudem zu Instabilität im gegenseitigen Verhältnis", sagte der Chef der deutsch-russischen Auslandshandelskammer (AHK), Matthias Schepp, am Freitag. Der derzeitige "tote Punkt" müsse durch die Russlandreise von Maas am kommenden Dienstag überwunden werden.

Es gebe moderne Lösungen wie Corona-Tests vor dem Abflug, um eine Wiederaufnahme des Personenverkehrs zu ermöglichen, sagte Schepp. Die Grenzen zwischen der EU und Russland sind wegen der Pandemie seit März geschlossen. Der Druck von russischer Seite ist groß, den Verkehr wieder zuzulassen. Allerdings pocht die EU auf eine einheitliche Lösung. Deutschland steht in Moskau in der Kritik, eine solche europäische Einigung auf eine Öffnung der Grenzen mit Russland zu bremsen.

Für Maas ist es die erste Reise nach Russland seit Beginn der Corona-Krise. Er besucht neben Moskau auch St. Petersburg. Im Mittelpunkt der Reise dürfte der Ukrainekonflikt stehen und die Vorbereitung eines Gipfels dazu in Berlin.

Die Unterbrechung des Luftverkehrs kann schwerwiegende Folgen haben

Wie etwa die USA, Brasilien und Indien gilt Russland als Hochrisikoland mit täglich rund 5000 Corona-Neuinfektionen. Allerdings hatte das Riesenreich zuletzt die Wiederöffnung der Grenzen etwa mit der Türkei und Großbritannien erreicht.

Der AHK-Chef Schepp appellierte an Maas und Lawrow, sich für eine Wiederaufnahme des regulären Flugverkehrs einzusetzen. "Die Unterbrechung hat massive Folgen für Investitions- und Instandhaltungsprojekte in beiden Ländern", sagte Schepp. Eine Öffnung der Grenzen wirke da wie ein Konjunkturpaket.

Am Freitagmorgen landete in Moskau der mittlerweile fünfte Lufthansa-Sonderflug aus Frankfurt. An Bord der Maschine waren der AHK zufolge 136 Passagiere, darunter Führungskräfte von Daimler und Europas größtem Milchbauer Ekoniva, aber auch zahlreiche Diplomaten von Botschaften europäischer Staaten in Moskau sowie Journalisten. Die AHK ist nach eigener Darstellung mit mehr als 900 Mitgliedern der größte ausländische Wirtschaftsverband in Russland.

Von: lr, dpa

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