Etihad wehrt sich gegen Air-Berlin-Klage

Es geht um Milliarden: Air-Berlin-Abwickler Flöther fordert von Etihad Schadenersatz. Die nun eingereichte Klage lässt die Golfairline nicht auf sich sitzen und kündigt Widerstand an.

Boeing 777 von Etihad. © AirTeamImages.com / Alvin Man

Golfcarrier Etihad hat Widerstand gegen die von Air-Berlin-Insolvenzverwalter Lucas Flöther eingereichte Klage angekündigt. "Wir sind der Auffassung, dass die Klage unbegründet ist und werden uns energisch dagegen verteidigen", sagte eine Unternehmenssprecherin zu airliners.de. Abwickler Flöther fordert mindestens 500 Millionen Euro Schadenersatz.

Die 500 Millionen ergeben sich aus drei vom Abwickler bereits überprüften und als berechtigt eingeschätzten Forderungen ungenannter Gläubiger. Daneben geht es laut des Berliner Landgerichts auch um die Feststellung, dass Etihad zu weiterem Schadenersatz verpflichtet sei. Das Gericht legte den Streitwert "vorläufig auf bis zu zwei Milliarden Euro" fest.

Bruch der Patronatserklärung?

Der Insolvenzverwalter ist laut Gericht der Auffassung, dass Etihad mit Sitz in Abu Dhabi sich im April 2017 in einer sogenannten harten Patronatserklärung rechtsverbindlich verpflichtet habe, Air Berlin in den folgenden 18 Monaten finanziell zu unterstützen. Weil Etihad diese Zusage im August 2017 zurückgenommen hat, habe Air Berlin Insolvenz anmelden müssen.

Der "Letter of Support" von James Hogan Foto: © airliners.de

Die Klage wegen der gebrochenen Patronatserklärung hatte sich lange verzögert, weil zunächst ein Prozessfinanzierer gefunden werden musste. Das erstrittene Geld soll den Gläubigern zufließen.

Etihad als nationale Airline der Vereinigten Arabischen Emirate hielt seit dem Jahr 2012 Anteile von 29,2 Prozent an Air Berlin. Sie versorgte die zweitgrößte deutsche Fluggesellschaft über verschiedene Instrumente immer wieder mit frischem Geld und sicherte sich über die Beteiligung Zugang zum deutschen Markt.

Denn sie schmiedete mit den Beteiligungen an Air Berlin, Alitalia und Darwin Airlines ein Netzwerk europäischer Airlines, die den Hub in Abu Dhabi feeden und so stärken sollten. Doch der Plan schlug fehl - der Architekt des Konzepts, Etihad-Chef James Hogan, wurde ersetzt. Seit dem suchen die Araber nach einer neuen Strategie.

© Fotos: PR, Montage: airliners.de, Lesen Sie auch: Fusion am Golf hängt auch an der Zukunft der Airports Hintergrund

Von: br, cs

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