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Eine entführte Boeing der Ethiopian Airlines am 17. Februar 2014 in Genf. © dpa / EPA/SALVATORE DI NOLFI
Eine entführte Boeing der Ethiopian Airlines am 17. Februar 2014 in Genf. © dpa / EPA/SALVATORE DI NOLFI

13 Monate nach der Entführung einer Maschine der Ethiopian Airlines nach Genf hat ein äthiopisches Gericht den Co-Piloten zu einer Haftstrafe von 19 Jahren und sechs Monaten verurteilt. Der Angeklagte war bereits am Dienstag der Luftpiraterie für schuldig befunden worden. Das Strafmaß sei am heutigen Freitag in Abwesenheit des Angeklagten festgelegt worden, berichtet das Nachrichtenmagazin "Addis Standard".

Hailemedhin Abera Tegegne hatte sich Mitte Februar 2014 im Cockpit der Boeing 767-300 eingeschlossen, als der Pilot gerade in der Bordtoilette war. Die Maschine war ursprünglich auf dem Weg von Addis Abeba nach Rom, jedoch änderte Tegegne die Route in Richtung Schweiz. Kurz darauf sendete er selbst das internationale Notsignal für Flugzeugentführungen.

Nach der Landung in Genf hatte sich der Mann aus dem Cockpitfenster abgeseilt und den Behörden gestellt. Die 200 Passagiere und die Crew blieben unverletzt. Wo der Co-Pilot sich aufhält und ob Äthiopien seine Auslieferung beantragen wird, ist unklar.

Tegegne hatte angegeben, er wolle in der Schweiz politisches Asyl beantragen. Er fühle sich in seiner Heimat bedroht, sagte er den Schweizer Behörden. Menschenrechtler berichten immer wieder von der Unterdrückung Andersdenkender in dem Land am Horn von Afrika.