Etappensieg für Ufo gegen die Lufthansa

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo kann einen Erfolg im Streit mit der Lufthansa verbuchen. Ein Gericht hat die Kündigung von Tarifverträgen durch die Kabinengewerkschaft und damit indirekt ihren Vertretungsanspruch für rechtens erklärt.

Lufthansa-Flugbegleiter bei einem vergangenen Streik © dpa / Frank Rumpenhorst

Die Flugbegleitergewerkschaft Ufo hat einen Etappensieg gegen die Lufthansa errungen. Das Arbeitsgericht Frankfurt am Main hat in erster Instanz entschieden, dass die Kündigung der Tarifverträge im November des Vorjahres und im Januar diesen Jahres durch die Kabinengewerkschaft rechtmäßig war. Das geht aus einer Mitteilung der Ufo auf ihrer Website hervor. Das Gericht habe die Klage der Lufthansa mit vielen Einzelanträgen vollumfänglich zurückgewiesen, heißt es in der Mitteilung.

Ein Sprecher der Lufthansa erklärte gegenüber airliners.de, das Unternehmen habe das Urteil zur Kenntnis genommen und warte nun auf die schriftliche Urteilsbegründung. Da es sich um ein erstinstanzliches Urteil handele, werde der Konzern nach Eingang der Begründung weitere rechtliche Schritte prüfen.

Er betonte, dass das Verfahren um die Klärung des Status von Ufo von dem nun ergangenen Urteil unabhängig sei. Die Lufthansa hatte Mitte August einen Antrag auf ein Statusverfahren für eine rechtsverbindliche Klärung beim Hessischen Landesarbeitsgericht eingereicht. Laut dem Lufthansa-Sprecher werden in dem Verfahren geprüft, ob Ufo die Kriterien und Eigenschaften erfüllt, um als Gewerkschaft für die Flugbegleiter gegenüber der Lufthansa vertretungsberechtigt zu sein.

Ufo wirft Lufthansa Hinhaltetaktik vor

Die Ufo sieht sich durch das Urteil in ihrer Auffassung bestätigt, "dass es Lufthansa nur darum geht, Kosten zu produzieren, Zeit zu schinden, uns zu beschäftigen und Euch Kollegen zu verunsichern." Es gebe keinen Rechtsgrund, der die Ufo davon abhalten könne, alles zu tun, was eine Gewerkschaft eben tut, heißt es in der Mitteilung der Gewerkschaft.

Diese Sichtweise sei nicht ganz unbegründet, heißt es aus Branchenkreisen. Wenn der Lufthansa so viel am Frieden der Tarifpartnerschaft liege, wie sie behaupte, könne sie das erstinstanzliche Urteil auch anerkennen und den Status von Ufo als vertretungsberechtigte Gewerkschaft wieder anerkennen.

© dpa, Fredrik Von Erichsen Lesen Sie auch: Lufthansa lässt Gewerkschaftsstatus von Ufo gerichtlich klären

Dann müsste Lufthansa jedoch auch wieder in Tarifverhandlungen mit der Kabinengewerkschaft treten. Branchenkenner teilen die Meinung der Ufo, dass das Unternehmen daher auf Zeit spiele und keine Verhandlungen mit der Ufo führen wolle. Deshalb nutze es die Möglichkeiten zur Verzögerung.

Langer Streit zwischen Ufo und Lufthansa

Ufo-Vize Daniel Flohr wirft der Lufthansa vor, Tarifverhandlungen und Streiks zu verzögern sowie die Belegschaft zu verunsichern. Der Konzern hatte der Ufo dagegen vorgeworfen, seit Monaten keinen vertretungsberechtigten Vorstand eingesetzt zu haben und damit nicht in der Lage zu sein, ihre Rolle als Tarifpartner auszufüllen. Dies sei aber im Interesse der mehr als 20.000 Flugbegleiter notwendig. Ziel des Statusverfahren sei die Wiederherstellung einer verlässlichen Tarifpartnerschaft, hieß es damals.

Von: hr

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