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Corona-Lage 09/2020 Es sind weniger Reisen zu befürchten

Obwohl die Reiserückkehrer kaum noch am Infektionsgeschehen beteiligt sind, droht neues Ungemach für die Reisebranche. Die Sars-Cov-2-Infektionszahlen steigen in einigen Teilen Europas und in der Welt. Andere Regionen sind dagegen vorbildlich und mögliche Winterziele.

Eine Frau, die einen Mundschutz trägt, steht im Terminal 1 des Frankfurter Flughafens in der Abflughalle vor einer Anzeigetafel © dpa / Arne Dedert

Mit der dreiteiligen Corona-Erholungsserie hat airliners.de bereits im April und Mai erste Lageberichte zur Sars-Cov-2-Situation in Deutschland, Europa beziehungsweise in der Welt veröffentlicht. Doch der Kampf gegen die Ausbreitung des Virus geht weiter, sodass wir nach dem letzten August-Update einen Blick auf die Situation in Deutschland, Europa und einige Interkontinental-Destinationen der Luftfahrt im September werfen.

Die große Reisezeit ist mittlerweile in Deutschland vorbei. Als Folge hat sich die Anzahl der infizierten Reiserückkehrer drastisch reduziert. Während vor ein paar Wochen zu Spitzenzeiten die Hälfte des Infektionsgeschehens auf Reiserückkehrer zurückzuführen war, hat sich die Lage stabilisiert. Nur noch 20 Prozent des Infektionsgeschehens deuten auf ein Expositionsland außerhalb Deutschlands hin. Auch in absoluten Zahlen sinkt die Anzahl der infizierten Reiserückkehrer.

Dafür steigt das Infektionsgeschehen in Deutschland allgemein an. Um die 2.000 täglichen Fälle waren es in den letzten Tagen, deutlich mehr als in der Vorwoche. Das RKI spricht trotzdem nur von einem leichten Anstieg des Infektionsgeschehens und relativiert die Daten etwas, denn lokale, aber begrenzte Ausbrüche haben starke Auswirkungen auf die Statistiken aufgrund der ohnehin geringen Fallzahlen.

Solche Fälle gibt es immer wieder. Das RKI berichtet etwa von vereinzelten Bar-Besuchen oder Partys, die mehrere Schulklassen betreffen. Ein besonderer Fall war zudem eine Reiserückkehr in Garmisch. Eine Person, die Symptome hatte und sogar unter Quarantäne stand, hielt sich nicht an die Auflagen, besuchte mehrere Lokalitäten und sorgte damit für eine statistisch sehr auffällige Häufung an Coronafällen.

© dpa, Jdidi Wassim/SOPA Images via ZUMA Wire Lesen Sie auch: Ampelsystem soll pauschale Reisewarnung ersetzen

Insgesamt sehen die Zahlen zumindest für Deutschland gut aus. Die Positivenquote bei den Tests unterliegt geringen Schwankungen und bleibt weiter bei unter einem Prozent. In der Hochphase der Pandemie in Deutschland wurden Quoten von über 5 Prozent erreicht. Die Situation bleibt für das deutsche Gesundheitswesen handhabbar, nicht zuletzt dank der Abstands- und Hygieneregeln. Diese haben übrigens offensichtlich auch Auswirkungen auf andere Krankheiten. Das letzte epidemiologische Bulletin zeigt teils drastische Reduktionen bei anderen meldepflichtigen Krankheiten.

Bei den Tests gibt es aber weiterhin Schwierigkeiten. Zwar sind die theoretischen Kapazitäten mehr als ausreichend, doch zuletzt gab rund ein Viertel der vom RKI befragten Labore Lieferschwierigkeiten bei den Reagenzien an. Reagenzien können aufgrund der kurzen Haltbarkeit nicht einfach auf Vorrat beschafft werden. Auch der Rückstau bei Proben ist noch hoch, sinkt seit der Kalenderwoche 35 aber deutlich.

Die Chancen stehen damit gut, dass andere Länder Touristen aus Deutschland gerne aufnehmen werden, weil das Infektionsgeschehen weiterhin so niedrig ist. In die Gegenrichtung gilt dasselbe, da andere Länder ihre Bürger lieber auf Reisen nach Deutschland sehen, als in Länder mit hohen Infektionszahlen. Ganz anders ist die Lage jedoch in Teilen Europas.

Europas Reisedestinationen mit sehr unterschiedlichem Infektionsgeschehen

Von: Andreas Sebayang

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