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Luftfahrtjournalist und Vielflieger Andreas Spaeth mit Beobachtungen und Erlebnissen aus der weiten Welt der Luftfahrt. © airliners.de

Aller Anfang ist schwer, das lässt sich mit Fug und Recht über die beiden wichtigsten Neuentwicklungen bei Verkehrsflugzeugen sagen, die in den letzten Jahrzehnten an den Start gingen, die A380 und die Boeing 787. Vor fast exakt vier Jahren war es endlich soweit und die A380 nach langer Verzögerung klar zum Premierenflug. Es ist typisch, dass wichtige Erstflüge heute in Asien stattfinden, Spiegel der Marktmacht des Fernen Ostens. So war es Singapore Airlines, die die A380-Premiere inszenierte auf der Strecke nach Sydney.

Schlaftrunken brachen wir vom Hotel mitten in der Nacht zum Changi Airport auf, in dem aufgeregten Durcheinander vor den Schaltern fiel sofort ein Mann auf: Der kalifornische Unternehmer Thomas Lee, der, wie er mit einem Foto in einer historischen Ausgabe des „Stern“ belegte, schon am 21. Januar 1970 als Jugendlicher beim Erstflug der Boeing 747 mit Pan Am von New York nach London dabei war. Damals gab es wegen Triebwerksproblemen stundenlange Verspätungen – bei der A380 lief dank der Singapur-typischen, perfektionistischen Regie alles glatt.

An Bord bekam Thomas Lee in einem großen Bilderrahmen zwei Zertifikate überreicht, nebeneinander das historische von der 747 und das aktuelle von der A380. Ein echter Großraumjet-Erstflug-Pionier, schwer zu überbieten. Wer weiß, ob ich eines Tages auch mein gerahmtes A380-Zertifikat nochmal irgendwo danebenhängen kann. Zur 787 passt es irgendwie nicht, die beiden Urkunden werde ich separat aufhängen. Heute bin ich nämlich mit der ANA und ihrer ersten 787 auf dem Weltpremieren-Flug von Tokio nach Hongkong unterwegs, am Donnerstag geht es zurück nach Narita.

Am meisten in Erinnerung geblieben von der A380-Premiere jedenfalls ist mir ein englisches Paar, er steinalt und vermutlich stinkreich, mit seiner kaum halb so alten Frau räkelte er sich in einer der First-Class-Doppelsuiten, die sie für riesige Summen online ersteigert hatten. Ausgerechnet dieses seltsam anmutende Gespann musste in allen Fernsehbeiträgen für das angebliche Thema „Sex an Bord“ herhalten, was die SIA daraufhin gleich offiziell ganz verbot.

Nackte Haut spielte auch beim Erstflug mit der Emirates-A380 vor gut zwei Jahren eine Rolle, meine eigene nämlich. Ich durfte auf der Überführung von Finkenwerder nach Dubai als Weltpremiere die First-Class-Dusche im Flug ausprobieren. Mit mir in der Nasszelle ein NDR-Kamerateam, eine bizarre Gesellschaft aus Dusch-Begleitern. Meine Frau bestand darauf, dass ich eine Badehose trage, was ich selbstverständlich tat. Und es zeigt sich tatsächlich – das Internet vergisst nichts. Auf SpiegelOnline ist das Porträtfoto meines feuchten Brusthaars bis heute abrufbar. Solche Eskapaden sind in der 787 jetzt wirklich nicht zu erwarten, dafür ist der Flieger innen zu normal. Aber gespannt auf die Neuerungen an Bord bin ich trotzdem.

Auch Letztflüge haben ihren besonderen Reiz, entweder von Fluggesellschaften oder Flugzeugtypen. Ziemlich trostlos war die Lage 1991, als ich, ein Wessi, mit der DDR-Interflug von Berlin-Schönefeld via Moskau nach Bangkok und zurück geflogen bin, wenige Tage vor dem endgültigen Grounding. Die „Club“-Klasse in der A310 gähnend leer, 24 Sitze zur Auswahl für mich allein. Dazu die in der Galley schluchzenden Flugbegleiter, die nicht wussten, wie es mit ihnen weitergeht. Da kam ich mir irgendwie fehl am Platz vor und hatte Mitleid.

Ganz anders 2003 auf dem letzten Flug der Air-France-Concorde Fox Bravo von Paris nach Karlsruhe/Baden, auch einem der finalen Flüge einer Concorde überhaupt. Unfassbar der Anblick auf dem ehemaligen Militärflughafen, von wo die Maschine ins Museum nach Sinsheim gebracht werden sollte. Über zehntausend Menschen drängten sich an den Zäunen, beim Aussteigen wurde uns Insassen zugejubelt wie Helden, als wenn Beatles und Rolling Stones auf einmal gelandet wären, so wie man es auf alten Fotos sieht.

Einen wirklichen Vorteil haben solche Letztflüge: Man kann ungestraft Souvenirs von Bord entfernen, wenn es möglichst keiner merkt. Auch ich habe mich damals mit Hilfe eines Mini-Messers in der Concorde vor dem Aussteigen bedient. Woran verrate ich nicht, es war nur ein Kleinstteil. Ich verspreche nur hier aber hoch und heilig, dass ich heute und morgen in der 787 nicht Hand anlegen werden. Wir wollen ja der ANA nicht ihre lange ersehnte 787-Premiere verderben.  

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