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Bombardier CS100 in den Farben der Swiss © Swiss

Die Schweizer Lufthansa-Tochter Swiss hat nach einer umfassenden Triebwerk-Inspektion mehrere aus dem Verkehr gezogene Flugzeuge nach wenigen Stunden wieder in den Dienst gestellt. Wie eine Sprecherin gegenüber airliners.de erklärte, seien bis Mittwochmorgen 17 Flugzeuge gecheckt worden. Insgesamt hat Swiss 29 Maschinen des Typs in der Flotte.

Zwölf Maschinen seien bereits wieder im Einsatz, im Laufe des Tages sollten fünf weitere folgen. Bislang seien alle überprüften Triebwerke in einwandfreiem Zustand gewesen. Der Check eines Motors dauere etwa vier Stunden, so die Sprecherin. Weitere Angaben zur Ursache und zum Ablauf der Untersuchung könne die Airline keine machen, da die Kommunikationshoheit bei der entsprechenden Behörde liege.

Alle vorübergehend still gelegten Maschinen aus der Bombardier C Series beziehungsweise aus dem Airbus-A220-Programm sollen ab Donnerstag wieder startklar sein und der Flugbetrieb dann weitgehend nach Plan laufen.

Air Baltic, zweiter große Betreiber von Airbus A220 in Europa, erklärte gegenüber airliners.de, die A220-300-Flotte der Airline sei weiterhin in Betrieb. Sicherheit habe oberste Priorität und man befolge alle Anweisungen des Triebwerksherstellers Pratt & Whitney. Air Baltics Maschinen hätten jedoch eine andere Motorenvariante als die Swiss-Flugzeuge. Diese Variante mit 21.000 Pfund Schub sei weiterhin einsatztauglich.

Auch Korean Air, die eine Flotte von zehn A220 betreibt, überprüft ihre Triebwerke nachdem von Pratt & Whitney eine Anweisung ergangen sei, berichtet "Reuters". Die Inspektionen beeinträchtigten den Flugbetrieb jedoch nicht.

Problem laut Pratt & Whitney bei A220 und E2

Ein Airbus-Sprecher erklärte auf die Frage, ob auch andere Varianten des Triebwerks, die am A320 Neo verwendet werden, betroffen seien, dass die Inspektionen nur an PW1500G-Motoren des A220 durchgeführt werden. Demnach wären andere Flugzeugtypen nicht betroffen. Zu etwaigen Kompensationszahlungen des Konzerns an Swiss erklärte Airbus, dass man sich nicht zu Vertragsdetails mit Kunden oder Zulieferern äußere.

Vom Hersteller des betroffenen Triebwerke Pratt & Whitney hieß es auf Anfrage, man habe in Zusammenarbeit mit den Flugzeugherstellern und den Aufsichtsbehörden zusätzliche Boroskop-Inspektionen an der ersten Stufe des Niederdruckkompressors der Baureihen PW1500G und PW1900G angeordnet, um die Flotte in Betrieb zu halten. Das PW1900G kommt beim brasilianischen Hersteller Embraer in dessen modernisierter Variante der E-Jets zum Einsatz.

Die Empfehlung hänge mit den aktuellen Vorfällen an PW1500G-Motoren zusammen, die Gegenstand von Untersuchungen seien, die vom U.S. National Transportation Safety Board (NTSB) geleitet würden. Die Triebwerke würden auch weiterhin alle Kriterien der Lufttüchtigkeit erfüllen. Pratt & Whitney arbeite eng mit den Kunden zusammen, um die Auswirkungen auf den Flugbetrieb so gering wie möglich zu halten.

Drei Zwischenfälle bei Swiss

Nach einem dritten Zwischenfall mit Problemen am Triebwerk hatte die Swiss am Dienstag 100 Flüge gestrichen. 10.000 Passagiere waren betroffen. Bei den ersten geprüften Maschinen seien die Triebwerke in einwandfreiem Zustand gewesen, teilte die Fluggesellschaft mit.

Ein Flugzeug musste am Dienstag auf dem Weg von London nach Genf in Paris außerplanmäßig landen. Was genau an Bord passierte, sagte Swiss nicht. "Swiss nimmt diese Vorfälle sehr ernst und steht weiterhin im engen Austausch mit den zuständigen Behörden, Airbus Canada und dem Triebwerkhersteller (Pratt & Whitney)", teilte das Unternehmen mit. "Die Sicherheit unserer Kunden und Crews hat für uns oberste Priorität." Der US-Triebwerksbauer Pratt & Whitney riet Airlines zu zusätzlichen Untersuchungen. Dabei gehe es um den Niederdruckkompressor.

Die Flugzeuge stammen ursprünglich vom kanadischen Unternehmen Bombardier. Airbus übernahm nach finanziellen Problemen bei Bombardier die Mehrheit der Anteile an dem Flugzeugprogramm. Deshalb tragen die Maschinen jetzt die Airbus-Kennzeichnung A220. Es handelt sich um den zur Zeit kleinsten Flugzeugtypen in der Airbus-Modellpalette. Bei Swiss fliegen zwei Varianten, die A220-100 mit 125 und die längere A220-300 mit 145 Sitzen. Swiss hatte die CS100 im Juli 2016 als weltweit erste Airline eingeflottet.

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