Erneute Anpassung bei Luftverkehrsteuer, jetzt bis zu 76 Prozent mehr

Kurz vor Schluss bringt das Finanzministerium einen neuen Entwurf zu den Details der Luftverkehrsteuer ein. Die Belastung von Kurzstrecken legt im Verhältnis weiter zu. Die Mehreinnahmen werden die benötigten Mittel für billigere Bahntickets weit übersteigen.

Flugzeug am Himmel. © dpa / Frank Rumpenhorst

Kurze Flüge sollen für mehr Klimaschutz jetzt doch teurer werden als zunächst geplant. Die große Koalition hat ihre Pläne zur Erhöhung der Luftverkehrsteuer ein zweites Mal angepasst. Wie nun aus dem Bundesfinanzministerium verlautete, soll die Ticketsteuer für Flüge im Inland und in EU-Staaten um rund 76 Prozent, die für längere Flüge um rund 43 Prozent angehoben werden. Die Erhöhung soll morgen (15.10.) verbindlich im Bundeskabinett beschlossen werden.

Die Airlines schlagen die Luftverkehrsteuer zumindest teilweise auf die Flugpreise auf - Flugtickets könnten also entsprechend teurer werden.

Die Änderung ist zum 1. April 2020 geplant. Konkret soll die Luftverkehrsteuer für Flüge in Europa um 5,65 Euro steigen - auf dann 13,03 Euro pro Ticket mit Start von einem deutschen Flughafen. Bei Strecken bis 6000 Kilometer ist eine Erhöhung um 9,96 Euro auf 33,01 Euro vorgesehen. Bei noch weiteren Fernstrecken sollen künftig 59,43 Euro fällig werden, fast 18 Euro mehr als bislang.

Bund rechnet mit 740 Millionen Euro Mehreinnahmen

Zunächst hatte das Finanzministerium die Steuer in allen Kategorien prozentual gleich stark anheben wollen. Für kurze Flüge hätte sie nur um knapp drei Euro steigen sollen. Dafür gab es jedoch viel Kritik. Niemand verzichte deswegen auf einen Flug, hieß es.

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Das Finanzministerium rechnet durch die Reform mit Mehreinnahmen für den Staat von 740 Millionen Euro im Jahr. Derzeit nimmt die Bundesregierung durch die Ticketsteuer etwa 1,2 Milliarden Euro jährlich ein. Das Extra-Geld soll die geplante Mehrwertsteuersenkung auf Fernreisen der Bahn ausgleichen, durch die der Bund pro Jahr rund 500 Millionen Euro weniger einnehmen wird.

Die deutsche Luftverkehrswirtschaft kritisierte die Pläne. Die Steuererhöhung bringe deutschen Airlines und Flughäfen im internationalen Wettbewerb einen Nachteil.

© AirTeamImages.com, Carlos Enamorado Lesen Sie auch: Luftverkehrsteuer soll um rund 40 Prozent steigen

Von: dk, dpa

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