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Enders: Luft- und Raumfahrtindustrie muss von Google lernen

Die Luft- und Raumfahrtbranche sollte sich nach Ansicht von Airbus-Group-Chef Tom Enders stärker an jungen High-Tech-Unternehmen wie SpaceX und Google orientieren. Enders lobt vor allem die Innovationskraft der US-Firmen.

Thomas Enders, Vorstandsvorsitzender von EADS. © dpa

Die Luft- und Raumfahrtbranche sollte von jungen High-Tech-Unternehmen wie SpaceX und Google lernen. "In Zukunft wird unsere Industrie viel enger mit diesen neuen Firmen zusammenarbeiten müssen, nicht zuletzt, weil diese Leute immer weiter auf unser Terrain vorrücken", sagte Enders in einem Interview mit der Nachrichtenagentur AFP. "Die Raumfahrtindustrie ist noch relativ jung, aber diese Leute sind noch jünger und ohne Frage noch dynamischer".

Beängstigend und faszinierend zugleich

Thomas Enders

Google hatte im April den Kauf des Solardrohnen-Herstellers Titan Aerospace bekanntgegeben und konkurriert auf diesem Feld nun mit Airbus. Das private Raumfahrtunternehmen SpaceX greift mit seiner Falcon-9-Rakete im kommerziellen Satelliten-Geschäft die Marktführerschaft der von Airbus entwickelten Ariane-Rakete an.

Die Innovationsfreude der Unternehmen im Silicon Valley bezeichnete Enders als "beängstigend und faszinierend zugleich". Europa müsse sich daran ein Beispiel nehmen und dürfe Innovationen nicht durch immer neue Regeln behindern. Viele junge Franzosen und Deutsche seien gezwungen, in den USA ihr Glück zu suchen, um Risikokapital und günstige Rahmenbedingungen vorzufinden. "In diesem Bereich hinkt Europa gefährlich hinterher", sagte Enders.

Airbus Group erfindet sich gerade neu

Die Airbus Group (früher EADS) hatte sich zu Jahresbeginn umbenannt und damit einen umfassenden Konzernumbau eingeleitet. Dabei wurde die Rüstungstochter Cassidian mit dem Raumfahrtgeschäft Astrium zusammengelegt. Von dieser Straffung, die ab Mitte des Jahres endgültig greifen soll, erhofft sich der Konzern unter anderem deutliche Einsparungen bei der Verwaltung. Zuvor war die Fusion von Airbus mit dem britischen Rüstungskonzern BAE Systems an politischem Widerstand aus Berlin gescheitert.

Das Rüstungsgeschäft von Airbus bekommt seit längerem die Sparpolitik in den europäischen Staaten zu spüren, die Aufträge kürzen, strecken oder neue Programm ganz absagen. Märkte außerhalb Europas sind in dem sensiblen Geschäft aber nur schwer zu erobern. Bis 2016 sollen daher allein in Deutschland vor allem in der Rüstungssparte 5800 Arbeitsplätze wegfallen.

Von: AFP, airliners.de

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