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Bug eines startenden Airbus A380 der Emirates © AirTeamImages.com / Simon Gregory
Emirates Boeing 777-200ER © Emirates

Keine Frage, Emirates Airline aus den Vereinigten Arabischen Emiraten gehört zu den derzeit am schnellsten wachsenden Fluggesellschaften der Welt. Allein im vergangenen Jahr hat Emirates insgesamt 23 neue Großraumflugzeuge übernommen, davon 15 Flugzeuge vom Typ Airbus A380.

Offenbar scheint der Hunger nach neuen Flugzeugen in Dubai damit auch noch lange nicht gestillt: Auf der Dubai Airshow im November 2013 gab Emirates die größte Flugzeugbestellung in der Geschichte der zivilen Luftfahrt bekannt: Ein Auftrag von insgesamt 200 Großraummaschinen, 150 Boeing 777X und 50 Airbus A380, erhöhte die Anzahl der von Emirates fest georderten Flugzeugen auf aktuell 377 und beläuft sich auf eine Höhe von geschätzt 164 Milliarden US-Dollar (rund 119,4 Milliarden Euro).

Aktuell besteht allein die A380-Flotte der Emirates aus 45 Flugzeugen, insgesamt 95 weitere Maschinen stehen zur Lieferung aus. Das sind viele A380. Was viele bei der Betrachtung der Mega-Zahlen aber nicht beachten: Die Airline aus Dubai ersetzt ihre Maschinen nach zwölf bis 15 Jahren.

Aktuelle Emirates Flotte
Flugzeugtyp
Airbus A330 21
Airbus A340 12
Airbus A380 45
Boeing 777 123

Quelle: ch-aviation.ch, Stand 5. März 2014

In zehn Jahren gehen die ersten Emirates-A380 in Rente

Ihre ersten Super-Airbusse hatte die Fluggesellschaft vom Golf schon 2008 übernommen, bereits ab 2025 werden die ersten Maschinen ausgeflottet, sagte jetzt Emirates Devisional Senior Vice President Commercial Operations Hubert Frach auf der ITB in Berlin gegenüber airliners.de.

Das bedeutet konkret, dass mindestens die Hälfte der 50 in Dubai bestellten A380 als Ersatz für die ältesten Maschinen des Typs vorgesehen sind. Auch die meisten der in Dubai bestellten Boeing 777X werden bei ihrer Auslieferung ab 2020 ältere Flugzeuge ersetzen. Zwischenzeitlich wird die Boeing-777 Flotte der Emirates sogar zeitweise kleiner werden.

"Durchschnittlich sind unsere Flugzeuge derzeit nur 72 Monate alt," sagte Frach, der erst kürzlich von Lufthansa ins Emirates-Lager gewechselt war. Das Emirates-Ziel sei eine Steigerung der Passagierzahlen von jetzt 42 auf 70 Millionen pro Jahr bis 2020. Wichtig sei der Airline dabei eine "hohe Netzqualität" und "organisches Wachstum". "Das werden wir mit einer Flotte von dann 250 Flugzeugen bewältigen", so Frach.

Derzeit besteht die Emirates-Flotte aus genau 201 Großraummaschinen. Auch wenn die Mega-Bestellungen der vergangenen Jahre ein Indikator für ein überproportionales Wachstum der Emirates sind, ganz real planen die Araber in den kommenden Jahren ein Flottenwachstum von "nur" 50 Flugzeugen, die dann vom Hub Dubai aus weltweit Wachstum Generieren sollen.

Deutschland ist für Emirates dabei derzeit der zweitwichtigste Markt in Europa nach Großbritannien. Neuigkeiten zu Zielen in Deutschland gibt es nach wie vor nicht, die Verkehrsrechte zwischen Deutschland und den Vereinigten Arabischen Emiraten begrenzen Emirates auf die Zielflughäfen Frankfurt, München, Düsseldorf und Hamburg. Gerne würde die Airline auch nach Berlin und Stuttgart fliegen. Vor allem die Lufthansa warnt dagegen vor einer Übermacht der Golf-Carrier und verweist auf die ihrer Ansicht nach ungerechte Wettbewerbssituation.