Emirates-Chef unzufrieden mit Triebwerksherstellern

Tim Clark lässt seinem Frust über Probleme mit den Motorenlieferanten GE und Rolls Royce freien Lauf. Der Emirates-Boss will keine Flugzeuge mehr abnehmen, deren Zuverlässigkeit nicht komplett sichergestellt ist.

Tim Clark © dpa / Kamran Jebreili/AP/dpa

Der Chef der Golf-Airline Emirates, Tim Clark, ist unzufrieden mit den beiden Triebwerksbauern Rolls-Royce und General Electric (GE), wie "Reuters" berichtet. Clark sagte, er wolle die Boeing 777X immer noch haben, sei aber frustriert über die Verzögerung und nicht sicher, wann die Probleme gelöst würden.

Emirates hat 150 Stück der neuen Großraum-Boeing bestellt, deren Auslieferung sich wegen Motorenproblemen aber immer weiter verzögert. Momentan ist die Indienststellung für Ende 2020 vorgesehen. Für das neue Muster entwickelt GE die Triebwerke, die aber bereits mehrfach nachgebessert werden mussten, weil es Probleme mit der Zuverlässigkeit gibt.

Im Juni hatte die "Seattle Times" berichtet, Clark denke darüber nach, einen Teil der 777X-Order durch 787 zu ersetzen und den Zeitrahmen der Auslieferungen zu strecken. Gegenüber "Reuters" betonte der Emirates-Chef nun, er werde keine festen Zusagen für 787 machen, da dem Rolls-Royce-Triebwerksprogramm für den "Dreamliner" die Stabilität fehle.

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"Wenn ihr das nicht könnt, dann baut sie nicht"

Es werde keine neuen Verträge oder Vertragsänderungen geben, bis Emirates "absolut sicher" sei, dass die Flugzeuge machten, was sie machen sollen. Von den Herstellern verlangte Clark, einwandfreies Gerät geliefert zu bekommen. "Reuters" zitiert ihn mit den Worten: "Gebt uns Flugzeuge und Motoren, die vom ersten Tag an funktionieren. Wenn ihr das nicht könnt, dann baut sie nicht."

Nicht nur bei Boeing-Flugzeugen, auch bei den Airbus-Programmen A350 und A330 Neo gibt es laut dem Emirates-Chef Probleme mit den Antrieben. Er habe schon vor Monaten Verträge schließen wollen, aber Bedenken gehabt, dass Rolls Royce keine Motoren unter den von ihm genannten Bedingungen liefern könne.

Der Golf-Carrier steht durch sinkende Gewinne und ein sich abschwächendes Wachstum der Industrie finanziell unter Druck. Im Geschäftsjahr 2018-2019 hatte die Airline einen Einbruch um 69 Prozent hinnehmen müssen, wies aber letztlich immer noch einen Gewinn von 237 Millionen US-Dollar aus.

Clark geht davon aus, dass das Luftverkehrswachstum um etwa zwei Prozentpunkte in den nächsten drei bis fünf Jahren zurückgehen wird. Vor diesem Hintergrund müsse Emirates Flugzeug-Bestellungen neu bewerten. Den Vorwurf, er wolle durch die Hinweise auf Triebwerksprobleme die Auslieferungen neuer Maschinen und damit die Zahlungen künstlich hinauszögern, wies Clark zurück. Er stelle nur die Regeln wieder her, die seiner Meinung nach angemessen seien.

Von: hr

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