Embraer will seine E2-Jets langfristig auch an chinesische Airlines verkaufen. "Wir glauben, dass die E2-Familie die ideale Ergänzung zu den heimischen Produkten Chinas ist", sagte Arjan Meijer, Chef der Embraer-Sparte Commercial Aviation, am Rande der IATA-Jahreshauptversammlung in Rio de Janeiro gegenüber "Reuters".
Der Hersteller unterhalte ein eigenes Team in Peking, das täglich vor Ort arbeite. Die E2-Familie sei bereits von den chinesischen Behörden zertifiziert worden.
Meijer zufolge würden die Typen E190-E2 und E195-E2 die Lücke zwischen dem kleineren chinesischen C909 und dem größeren C919 füllen und Airlines mehr Flexibilität bei der Erschließung von Städteverbindungen bieten.
Embraer befinde sich in Gesprächen mit potenziellen Kunden. "China hat seine eigenen Herausforderungen. Wir führen Gespräche. Wir glauben, dass wir einen Moment finden werden, die E2 nach China zu bringen, aber das braucht Zeit. So weit sind wir noch nicht", sagte Meijer.
Schwieriges China-Geschäft seit Jahren
Der brasilianische Hersteller hat seit der Schließung eines Joint Ventures für Geschäftsreisejets in Harbin im Jahr 2016 Schwierigkeiten, in China ein neues Geschäft aufzubauen.
2023 kündigte Embraer eine Vereinbarung zur Umrüstung von Passagierflugzeugen in Frachter in Lanzhou an – ein Ergebnis, das in der Branche als Enttäuschung gewertet wurde, da viele auf einen Verkaufsvertrag mit einer chinesischen Airline gehofft hatten.
Kein größeres Flugzeug in Sicht
Unabhängig davon schloss Meijer die Entwicklung eines größeren Flugzeugs trotz wachsenden Kundeninteresses vorerst aus. Embraer bleibe auf sein Kernsegment mit Flugzeugen bis zu rund 150 Sitzen fokussiert, wo der Hersteller mit der Airbus-A220-Familie konkurriert – einem Segment unterhalb der meistverkauften A320- und 737-Familien von Airbus und Boeing.
"Unsere Kunden fragen nach einem größeren Flugzeug – das ist kein Geheimnis. Aber das ist eine so große Entscheidung für ein Unternehmen wie Embraer. Wir sind noch nicht so weit. Wir sind derzeit sehr zufrieden mit dem Segment bis 150 Sitze", sagte Meijer.