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Embraer E 195-E2 © Embraer

Das Joint-Venture zwischen Embraer und Boeing ist nach Aussage von Embraer-Commercial-Chef John Slattery auf gutem Kurs. Sowohl der Aufsichtsrat von Embraer als auch der von Boeing sowie der brasilianische Staat, der eine goldene Aktie besitzt, hätten dem Deal zugestimmt, wie Slattery gegenüber airliners.de sagte. Erste Transaktionen seien bereits geflossen. Auch die Max-Krise habe keinerlei Einfluss auf den Prozess, betonte er auf Nachfrage.

Die E-Jet-Familie könnte auch nach der Eingliederung in den Boeing-Konzern ihren bisherigen Namen behalten, stellte Slattery in Aussicht. "Alle Optionen sind auf dem Tisch und wir sprechen mit Kunden intensiv über das Thema."

Aktuell sind rund 1600 E-Jets bei über 80 Kunden weltweit unterwegs. Sollte der Name erhalten bleiben, würde das den Betreibern ersparen, ihre Maschinen umzubenennen. Die Namensentscheidung soll getroffen werden, bevor die Übernahme durch Boeing abgeschlossen sein wird, was für Ende dieses Jahres geplant ist.

Auch in Zukunft Fokus auf kleinere Jets

Die Zivilsparte von Embraer will auch nach dem Zusammengehen mit den US-Amerikanern bei ihrer Kernkompetenz kleinerer Flugzeuge bleiben. "Unsere Mission ist es nicht, Narrow-Body-Flugzeuge zu bauen, sondern uns auf die Nische mit kleineren Jets zu fokussieren," sagte Slattery in Hinblick auf mögliche Überlappungen im Portfolio. Man komplementiere die Bestände der Kunden, von denen viele A320 und 737 in der Flotte hätten.

Die angebotenen Flugzeuge von Boeing und Embraer sind hinsichtlich technischer Daten verschieden genug, um sich nicht in die Quere zu kommen. Im Vergleich der kleinsten Boeing 737, der Max 7, mit dem größten Embraer-Jet, dem E195, kommt die Boeing auf gut 50 Prozent mehr Reichweite und eine im Schnitt 20 Prozent höhere Passagierkapazität.

Zielmarke Jahresende 2019

Derzeit sei man in einer Phase, die aus zwei Teilen bestehe. Einerseits dem Kartellgenehmigungsverfahren, das zu rund 50 Prozent abgeschlossen sei. Der CEO betonte, dass hier nicht Embraer oder Boeing den Zeitpunkt bestimmen könnten, sondern einzig und allein die zuständigen Behörden den Fortgang bestimmten.

Aufwendiger für das Unternehmen sei die zweite Phase, das sogenannte "carve out". Damit ist die Ausgliederung und Übertragung von Mitarbeitern, Material und Immobilien an die neuen Eigentümer gemeint. Jeder Mitarbeiter und jedes Stück Infrastruktur vom Hammer bis zum Schreibtisch muss von Embraer auf Boeing Brasil - Commercial übertragen werden. Dafür erhalten rund 10.000 Mitarbeiter neue Arbeitsverträge.

© dpa, Sebastiao Moreira/EFE/dpa Lesen Sie auch: Embraer weist leichten Quartalsgewinn aus

Bei beiden aufwendigen Prozessen erwartet Slattery keine größeren Überraschungen. Embraer habe eine sehr gute Projektplanung und habe viele Projekte vor dem eigentlichen Termin abschließen können. Der CEO geht deshalb davon aus, dass Boeing Brasil Commercial Ende des Jahres starten kann.

Boeing lässt sich Embraer Milliarden kosten

Slattery betont, er sei sich bewusst, dass der faktische Verkauf der zivilen Flugzeugsparte an Boeing für die Brasilianer ein hochemotionales Thema ist. Mittlerweile hätten alle im Unternehmen verstanden, dass dieser Schritt wichtig für die Zukunft von Embraer sei, weil durch den Deal neue Märkte erschlossen werden könnten.

Im Juli des vergangenen Jahres hatten Boeing und Embraer mitgeteilt, dass der US-Flugzeugbauer die Mehrheit am Verkehrsflugzeuggeschäft der Brasilianer übernehmen will. Der Deal hat ein Volumen von rund 4,1 Milliarden Euro. Der weltgrößte Flugzeughersteller aus den USA soll mit 80 Prozent die Mehrheit an dem Joint-Venture halten. Im Mai hatten beide Hersteller mitgeteilt, dass das neue Unternehmen "Boeing Brasil - Commercial" heißen wird.

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