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Zwei Bundespolizisten stehen auf dem Flughafen in Frankfurt am Main an einer geschlossenen Sicherheitskontrolle. © dpa / Boris Roessler

Die Bundesregierung hat die Grenzkontrollen und Einreiseregeln verschärft, um die grenzüberschreitende Verbreitung des Corona-Virus einzudämmen. Mit der Verschärfung der Einreiseregeln wird das grenzüberschreitende Reisen in Europa noch unattraktiver - was aber politisch auch gewollt ist.

Für insgesamt fast 30 Länder mit besonders hohen Infektionszahlen oder besonders gefährlichen Virusvarianten gilt seit Sonntag eine Testpflicht vor der Einreise. Ohne negativen Test dürfen Reisende aus den neuen Hochrisikogebieten gar nicht erst befördert werden. Bei Reisen mit dem Flugzeug ist die Fluggesellschaft verpflichtet, das Testergebnis vor Abflug zu kontrollieren.

Reisende aus "normalen" Risikogebieten müssen sich spätestens 48 Stunden nach Einreise in Deutschland auf Corona testen lassen. Zudem müssen sie zehn Tage in Quarantäne, können sich davon allerdings durch einen zweiten negativen Test ab Tag fünf vorzeitig befreien lassen.

Laut Bundesinnenministerium müssen zudem prinzipiell alle Reisenden aus Risiko- und Hochrisikogebieten die digitale Einreiseanmeldung unter www.einreiseanmeldung.de ausfüllen und sich nach Einreise in Quarantäne begeben.

Der Unterschied bei den Hochinzidenz- und Virusvarianten-Gebieten ist die Testpflicht höchstens 48 Stunden vor Einreise. Außerdem gibt es für die Gebiete mit erhöhtem Risiko weniger Ausnahmen bei der Quarantäne. Das regeln aber die einzelnen Bundesländer.

Bisher hatte die Bundesregierung bei der Einreise zwischen Gebieten mit besonders ansteckenden Virusvarianten und "normalen" Risikogebieten unterschieden. Seit Sonntag um Mitternacht gibt es drei Kategorien mit unterschiedlichen Test- und Quarantäneregeln.

Drei neue Kategorien

  1. "Normale" Risikogebiete: Das sind Länder oder Regionen über einem Grenzwert (auch Inzidenz genannt) von 50 Neuinfektionen auf 100.000 Einwohner in den vergangenen sieben Tagen. Das gilt derzeit für fast ganz Europa mit Ausnahme einzelner Gebiete in Griechenland, Finnland, Norwegen, Österreich und Dänemark. Weltweit sind mehr als 130 aller knapp 200 Länder ganz oder teilweise "normale" Risikogebiete.

  2. Hochinzidenzgebiete: Dazu gehören in der Regel Länder, die über einem Inzidenzwert von 200 liegen und damit deutlich höhere Infektionszahlen als Deutschland (111) haben. In diese Kategorie fallen neben den bereits genannten Staaten Albanien, Andorra, Bolivien, Bosnien-Herzegowina, Estland, Iran, Israel und die Palästinensischen Gebiete, Kolumbien, Kosovo, Lettland, Libanon, Litauen, Mexiko, Montenegro, Nordmazedonien, Panama, Serbien, Slowenien und die Vereinigten Arabischen Emirate.

  3. Virusvarianten-Gebiete: Das sind Gebiete, in denen hochansteckende Mutationen des Coronavirus aufgetreten sind.

Hochrisikogebiete betreffen beliebte Reisedestinationen

Zu den Hochrisikogebieten zählen unter anderem die Urlaubsländer Portugal, Spanien und Ägypten sowie die USA. Zu den Ländern mit gefährlichen Virus-Mutationen gehören Großbritannien, Irland, Südafrika und Brasilien. Alle betroffenen Länder können jeweils aktuell auf der Webseite des Robert-Koch-Instituts eingesehen werden.

Die Tests werden nach Angaben des Bundesinnenministeriums an den Flughäfen systematisch kontrolliert. Am größten deutschen Flughafen in Frankfurt am Main erfolgt die Überprüfung der Tests noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle direkt an den Flugzeugen, wie die Bundespolizei mitteilte. Auch am Flughafen München kontrollierte die Bundespolizei am Sonntag verstärkt.

Direkt am Flugzeug und noch vor der eigentlichen Grenzkontrolle werde geprüft, ob die Passagiere einen aktuellen negativen Coronatest vorlegen könnten und die digitale Einreiseanmeldungen ausgefüllt hätten, hieß es in der Erklärung der Frankfurter Bundespolizei.

Die Bundespolizei in München will nach eigenen Angaben stichprobenartig direkt am Flugzeug die Passagiere überprüfen. Dazu sei auch mehr Personal im Einsatz. Am Flughafen Berlin würden die Kontrollen vorerst nicht weiter verschärft, sagte ein Sprecher der dortigen Bundespolizei.