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Frankfurts neuer, leerer Flugsteig, © Fraport AG
Sitzbänke im Flugsteig G (Pier G) im Terminal 3 des Flughafens Frankfurt. © Fraport AG

Kein Getümmel am Gepäckband, keine Durchsagen, niemand, der auf den letzten Drücker zum Gate eilt: Ohne Passagiere wirkt ein Flughafen wie eine leere Hülle. Trotzdem verkündet Deutschlands größtes Drehkreuz in Frankfurt stolz die Fertigstellung des nagelneuen Flugsteigs G.

"Was wir hier haben, ist ein voll fertiges, behördlich abgenommenes und funktionsfähiges Gebäude", sagt Harald Rohr, Geschäftsführer der Fraport Ausbau Süd. "Also inklusive Themen wie Rauchtests oder Sachverständigenabnahme. All das ist abgestimmt und von der Behörde Frankfurt freigegeben."

Im Check-in-Bereich laufen bereits die ersten Tests. Ein riesiger Berg an leeren Koffern stapelt sich auf den Transportern. Diese werden Stück für Stück auf die Gepäckbänder gelegt. Ein skurriles Bild, da keine Passagiere vor Ort sind. Es wirkt fast so, als würden sich die Flughafenmitarbeiter selbst beschäftigen.

Fertig, aber noch nicht benötigt

Der "Pier G", erster Bauabschnitt des neuen Frankfurter Terminals 3, kommt einfach zu früh. Bis die ersten Passagiere das Gebäude betreten können, wird es noch Jahre dauern. War der Berliner Hauptstadtflughafen BER mit neun Jahren Verspätung fertiggestellt worden, kommt der Flugsteig G in Frankfurt rund vier Jahre bevor er gebraucht wird. Die Corona-Krise hat auch Deutschlands größten Flughafen auf seinem scheinbar unaufhaltsamen Wachstumskurs heftig gebremst.

Wegen des hohen Andrangs vor der Krise hatte Betreiber Fraport den Bau vorgezogen, um die drangvolle Enge in den beiden bestehenden, chronisch überlasteten Abfertigungsgebäuden spätestens 2022 zu beenden. Sollte nun der Luftverkehr wieder schneller wachsen als derzeit erwartet, könnte die Inbetriebnahme mit einer Vorlaufzeit von etwa einem Jahr vorgezogen werden.

Ein Kofferbeförderungsband im Flugsteig G (Pier G) im Terminal 3 des Frankfurter Flughafens., © Fraport AG
Ein Kofferbeförderungsband im Flugsteig G (Pier G) im Terminal 3 des Frankfurter Flughafens. © Fraport AG

Diese Spanne, so Fraport, benötige man, um die Abläufe mit Statisten zu überprüfen sowie die Läden zu vermieten und einzurichten.

"Der Flugverkehr wird trotz allem wachsen, und zwar weltweit", sagt Luftfahrtexperte Gerald Wissel von der Beratungsgesellschaft Airborne. "Das hat beispielsweise was mit dem Bevölkerungswachstum zu tun, dem Einkommen oder auch der Exportquote." Wissel geht von einem zunächst wahrscheinlich etwas gedämpften Wachstum in den nächsten Jahren aus. Andererseits rechne er auch mit einer Erholung nach dem Ende der Corona-Pandemie und "hoffentlich auch, wenn der Krieg vorbei ist".

Passagierzahl weit vom Vorkrisenniveau entfernt

Statt 70,5 Millionen Passagieren wie 2019 zählte das größte deutsche Drehkreuz im vergangenen Jahr knapp 25 Millionen Fluggäste. Und niemand in der Branche weiß angesichts von Ukraine-Krieg und rückläufiger Globalisierung genau, wann die alten Besucherzahlen wieder erreicht werden. "Wir gehen nach den jetzigen Prognosen davon aus, dass wir in 2026 das Vorkrisenniveau von 70 Millionen Passagieren wieder deutlich überschreiten", sagt Fraport-Vorstandschef Stefan Schulte.

Eine Luftaufnahme des Flugsteigs G. Flugzeuge werden hier bereits abgestellt., © Fraport AG
Eine Luftaufnahme des Flugsteigs G. Flugzeuge werden hier bereits abgestellt. © Fraport AG
Die Fassade des Flugsteigs G ist ebenfalls bereits fertig., © Fraport AG
Die Fassade des Flugsteigs G ist ebenfalls bereits fertig. © Fraport AG
Ein Blick auf die Baustelle im November 2021. Der Pier G ist im Bild rechts. Die anderen Flugsteige sind noch nicht so weit., © Fraport
Ein Blick auf die Baustelle im November 2021. Der Pier G ist im Bild rechts. Die anderen Flugsteige sind noch nicht so weit. © Fraport

Die Bauzeit für den nun fertig gestellten Flugsteig G lag bei zweieinhalb Jahren. Auch Spielplätze für Kinder sind geplant. Das Terminal 3 soll mit der Flughafenbahn an die anderen Terminals angeschlossen werden.

Mit zunächst 13 Gates, 22 Check-in-Schaltern und 9 Gebäudepositionen für die Jets können dann 2026 am Pier G bis zu fünf Millionen Gäste im Jahr abgefertigt werden – mit der ebenfalls für 2026 geplanten Inbetriebnahme des gesamten Terminal 3 sind es 19 Millionen Fluggäste.

Würden diese neuen Kapazitäten derzeit jedoch wirklich benötigt? "Ich glaube momentan nicht", sagt Experte Wissel, der aber die Einschätzung des Betreibers Fraport teilt. "2026 halte ich dafür durchaus realistisch."

Trotz generell steigender Baukosten wird es Fraport-Chef Schulte zufolge gelingen, den angepeilten Kostenrahmen von rund vier Milliarden Euro für das gesamte Terminal 3 einzuhalten. "Weil wir sehr frühzeitig agiert haben, auch den Stahl sehr frühzeitig eingekauft haben, weit vor der Ukrainekrise", sagt er.

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