Qantas lässt A380-Kabinen in Dresden umbauen

Die Elbe Flugzeugwerke (EFW) in Dresden haben einen Großauftrag der australischen Qantas erhalten. Er betrifft den Kabinenumbau von neun Airbus A380 der Airline. Die erste Maschine ist bereits umgebaut und wieder im Service.

Business Class der modifizierten Qantas-A380-Kabine EFW
Premium Economy Class der modifizierten Qantas-A380-Kabine EFW
Treppe der modifizierten Qantas-A380-Kabine EFW
Airbus A380 der Qantas © AirTeamImages.com
First Class der modifizierten Qantas-A380-Kabine EFW

Qantas lässt bei den Elbe Flugzeugwerken (EFW) die Kabinen von neuen Flugzeugen ihrer Airbus-A380-Flotte runderneuern. Die erste Maschine ist bereits als "Head of Version" fertiggestellt, die restlichen Flugzeuge werden in den kommenden Monaten in Dresden modifiziert, teilt EFW mit. In den kommenden Tagen treffe die zweite A380 in Dresden ein.

Bis Ende 2020 soll das so genannte "Midlife-Upgrade" der Flotte abgeschlossen sein. Die Qantas-A380 sind nach Daten von "CH Aviation" im Schnitt 10,2 Jahre alt und bedürfen damit einer umfassenden Kabinenüberholung beziehungsweise -anpassung. Qantas CEO Alan Joice sagte der Mitteilung zufolge, dass damit der Status der A380 als einer der populärsten Kundenflugzeuge gesichert werde. Qantas investiere ein Multimillionen-Dollar-Budget in das Projekt.

Die Qantas-A380 sollen mit dem Kabinen-Upgrade vor allem komfortabler werden. Dafür wird das komplette Oberdeck umgebaut und das Hauptdeck modifiziert. Dadurch solle eine bessere Raumnutzung ermöglicht werden.

Die Änderungen im Detail

In der neuen Konfiguration wird die Kapazität der Qantas-A380 um einen Platz auf 485 steigen. Es bleibt bei 14 First Class Suites, sechs zusätzliche Business Suites erhöhen die Gesamtzahl auf 70, die Premium Eco wird um 25 Sitze auf 60 aufgestockt und die Economy Class wird um 30 auf nun 341 reduziert.

Die Lounge im Oberdeck wurde laut Qantas deutlich vergrößert. Insgesamt gebe es nun Sitzplätze für zehn Gäste und neben dem Bedien-Service auch eine Self-Service-Bar. Auch in der Premium Economy könnten sich Passagiere künftig an einer Bar selbst bedienen. Als Sitz komme in dieser Reiseklasse dasselbe Modell zum Einsatz, das auf der 787-Teilflotte debütierte.

In der Business Class nennt Qantas das Produkt nun Suite statt Skybed. Die Sitze böten jedem Passagier direkten Zugang zum Gang. Insgesamt solle die Erhöhung der Premium-Sitze die Wirtschaftlichkeit erhöhen und den gestiegenen Bedarf in diesen Reiseklassen bedienen. In den 14 First-Class-Suiten scheint es nicht allzu viele Neuerungen gegeben zu haben, hier nennt Qantas vor allem die Monitore mit höherer Auflösung und bessere Inflight-Amenities.

EFW will mit dem A380-Projekt für Qantas seine Position als Partner für umfangreiche Kabinenumrüstungen und Modifikationen im Mega-Liner Bereich ausbauen. Die Komplexität eines solchen Projektes erfordere die enge Kooperation von Kunde, Flugzeughersteller und Werft, heißt es. EFW-Geschäftsführer Andreas Sperl betonte außerdem, man könne in die Qantas-Umrüstung die Erkenntnisse der Ersteinrüstung einbringen.

Die Elbe Flugzeugwerke GmbH ist ein Joint Venture von ST Engineering und Airbus. EFW ist in Entwicklung und Herstellung von Bauteilen für die gesamte Airbus-Familie und im Bereich Wartung und Überholung aktiv. Außerdem bauen die Dresdner Passagierflugzeuge in Frachter um.

Von: hr

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