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Easyjet drosselt Wachstum und will alle Emissionen kompensieren

Easyjet will künftig selbst die Kompensation ihrer Emissionen übernehmen, "im Namen der Kunden", wie es heißt. Das soll schon für 25 Millionen Pfund im Jahr funktionieren. Das Wachstum der Airline soll zudem langsamer ausfallen als ursprünglich geplant.

A319 von Easyjet. © AirTeamImages.com / Niels Herbrich

Easyjet hat im Rahmen der Vorstellung ihrer Jahreszahlen in London angekündigt, künftig sämtliche CO2-Emissionen ihrer Flüge zu kompensieren. Dies werde im laufenden Geschäftsjahr voraussichtlich rund 25 Millionen Pfund kosten.

"Die CO2-Emissionen wird easyJet durch Kompensationsmechanismen ausgleichen, die nach zwei der höchsten Verifizierungsstandards, Gold Standard und VCS, anerkannt sind. Zu den ausgewählten Projekten im Rahmen der Kompensation gehören forstwirtschaftliche, erneuerbare und kommunale Klimaschutzprojekte," teilte die Low-Cost-Airline mit. Easyjet sei damit die erste Fluggesellschaft weltweit, die "alle Flüge mit Netto-Null-Emissionen betreibt." Der CO2-Ausgleich sei dabei jedoch nur eine Übergangsmaßnahme, während neue Technologien entwickelt werden.

Weniger Gewinn wegen teurem Treibstoff, billigen Tickets und Brexit

Was die wirtschaftliche Entwicklung angeht, zeigen sich die Briten für das bis September 2020 laufende Geschäftsjahr vorsichtiger als noch vor einigen Monaten. Easyjet erwarte nun einen Anstieg der eigenen Kapazität am unteren Ende der bisherigen angestrebten Prognose von drei bis acht Prozent. Im ersten Quartal soll die Kapazität um zwei Prozent wachsen, aber im ersten Halbjahr weniger stark zulegen. Im vergangenen Geschäftsjahr stieg das Flugangebot noch um zehn Prozent.

© AirTeamImages.com, Lesen Sie auch: Easyjet weist dreistelligen Millionenverlust aus

Vorläufige Zahlen zum abgelaufenen Geschäftsjahr hatte Easyjet bereits im Oktober vorgelegt. Der um Sonderposten bereinigte Vorsteuergewinn ging 2019 im Jahresvergleich um gut ein Viertel auf 427 Millionen britische Pfund (499 Millionen Euro) zurück. Teurer Treibstoff und gesunkene Ticketpreise hatten Easyjet im stark umkämpften Airline-Markt im ersten Halbjahr tiefer in die roten Zahlen getrieben. Auch konjunkturelle Unsicherheiten wie die Hängepartie um den Brexit bereiteten dem Unternehmen Probleme.

Die Zahl der Passagiere stieg 2019 um 8,6 Prozent auf 96,1 Millionen Fluggäste. "Vorausbuchungen für die erste Hälfte des Geschäftsjahres 2020 sind ermutigend", sagte Unternehmenschef Johan Lundgren. Die Buchungslage liege leicht über der des Vorjahres. Für die ersten Jahreshälfte peilt Easyjet beim währungsbereinigten Umsatz pro Sitzplatz ein Plus im niedrigen bis mittleren einstelligen Bereich an.

Zwölf neue A320 Neo

Bezüglich des Austritts Großbritanniens aus der Europäischen Union sieht sich die Billigfluggesellschaft seit März für alle Eventualitäten gewappnet. Dabei wurde darauf verwiesen, dass die Airline Betriebsgenehmigungen in Österreich, der Schweiz und Großbritannien besitze. Rund die Hälfte des Eigenkapitals gehöre europäischen Staatsangehörigen. Das Unternehmen werde genau beobachten, wie sich die Nachfrage der Kunden im Zusammenhang mit dem Brexit entwickle.

Easyjet gab zudem eine Order über zwölf neue Flugzeuge der A320-Neo-Reihe von Airbus bekannt. Damit würden sich die Bestellungen für die A320-Neo-Familie auf 159 Flugzeuge erhöhen, heiß es von dem Flugzeugbauer.

© PA Wire/dpa, Niall Carson Lesen Sie auch: Easyjet soll bis 29. März mehrheitlich EU-Eignern gehören

Von: dk mit dpa

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