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Easyjet sichert sich neuen Milliarden-Kredit mit staatlicher Teilgarantie

Für die europaweit agierende Easyjet bleiben die Aussichten im neuen Jahr weiter düster. Eine neue Kreditlinie soll die finanzielle Situation stabilisieren und wird vom britischen Staat als Exporthilfe abgesichert, ohne dass es der Zustimmung zu Staatshilfen bedarf.

easyJet A319 kurz nach dem Start © AirTeamImages.com

Die britische Easyjet hat sich ein fünfjähriges Darlehen über 1,87 Milliarden Dollar (1,54 Milliarden Euro) gesichert, um die eigene Liquidität in der fortdauernden Krise abzusichern. Die neue Kreditlinie profitiert von einer Teilgarantie des britischen Staates, wie die Airline bekannt gab.

Die europaweit agierende Easyjet kann dabei nach eigenen Angaben auf ein Export-Kreditprogramm der britischen Regierung zugreifen, dass keine Vorzugszinsen beinhalte, jedoch auch keine Genehmigung für staatliche Beihilfen erfordere. Bei Inanspruchnahme soll der neue Kredit zudem mit eigenen Flugzeugen besichert werden.

Andere Unternehmen, die von den Covid-19-Reisebeschränkungen betroffen sind, darunter die britische Rolls-Royce und British Airways haben ebenfalls Bürgschaften des Programms "UK Export Finance" in Anspruch genommen, berichtet "Reuters".

"Wollen Fälligkeitsprofil für Kredite verbessern"

Mit dem Geld will die Airline zunächst vor allem kurzfristigere Kredite in Höhe von rund einer Milliarde Dollar ablösen. "Das verbessert unser Fälligkeitsprofil", kommentierte Easyjet-Chef Johan Lundgren und fügte hinzu, dass sich Easyjet seit Beginn der Pandemie über 4,5 Milliarden Pfund (rund 5 Milliarden Euro) an Liquidität gesichert habe. Mit der Ablösung der Kredite würden auch "Flugzeugaktiva freigesetzt, die unsere Bilanz weiter stärken.

Wie andere europäische Fluggesellschaften hatte auch die finanziell angeschlagene Billigairline auf einem Aufschwung in diesem Frühjahr gehofft, doch angesichts der fortdauernden Reisebeschränkungen in den wichtigsten Märkten sind die Aussichten wieder deutlich pessimistischer.

Um die Corona-Krise zu überstehen, hat Easyjet bisher rund 4.500 Mitarbeiter entlassen. Zudem wurden Basen verkleinert, unter anderem in Berlin. Die Aktionäre wurden in umstrittenen Entscheidungen angezapft und Dutzende Flugzeuge in Sale & Leaseback-Geschäften verkauft. Auch ein Staatskredit über 600 Millionen Pfund wurde bereits in Anspruch genommen.

Auf die neuerliche Milliarden-Finanzierung folgen womöglich weitere Maßnahmen, "Easyjet wird seine Liquiditätslage weiterhin regelmäßig überprüfen und weitere Finanzierungsmöglichkeiten prüfen, sollte sich die Notwendigkeit ergeben", so die Fluggesellschaft.

Von: dk

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