Easyjet plant Kapitalerhöhung um 15 Prozent

Eine deutliche Kapitalerhöhung soll Easyjet rund 500 Millionen Euro einbringen. Um die Liquidität der Airline steht es zunehmend kritisch. Hohe Verluste fielen durch in der Corona-Krise wertlose Fuel-Hedging-Kontrakte an.

Schweiz, Basel: Flugzeuge der Easyjet stehen am Flughafen Euroairport. © dpa / Georgios Kefalas/KEYSTONE

Der britische Billigflieger Easyjet versucht sich nach einem herben Verlust in der Corona-Krise frisches Kapital von Anlegern zu besorgen. Durch die Ausgabe neuer Anteilsscheine im Umfang von bis zu 14,99 Prozent des bisherigen Aktienkapitals sollen 400 bis 450 Millionen britische Pfund (442 bis 498 Mio Euro) hereinkommen, teilte Easyjet am Mittwochabend nach Börsenschluss mit.

Da für eine Kapitalerhöhung von mehr als 10 Prozent ein neuer Beschluss der Anteilseigner notwendig ist, hätten sich Management und Verwaltungsrat bemüht, bereits vor der Ankündigung mit den größten Aktionären zu sprechen. Die Abstimmung soll bei einer Hauptversammlung am 14. Juli stattfinden.

© dpa, Georgios Kefalas/KEYSTONE Lesen Sie auch: Easyjet schiebt weitere Airbus-Auslieferungen

Mit dem Schritt will das Management die flüssigen Mittel der Airline weiter aufstocken. Zusammen mit dem Erlös aus dem Verkauf und dem Zurückmieten eigener Flugzeuge soll die Ausgabe neuer Aktien die Liquidität der Airline von derzeit 2,4 Milliarden Pfund auf rund 3 Milliarden Pfund nach oben treiben. Das Unternehmen hat sich bereits frische Kredite beschafft, darunter Mittel aus dem britischen Corona-Hilfsprogramm.

160 Millionen Pfund Verlust durch Fuel Hedging

Die Corona-Krise hat Easyjet wie andere Fluggesellschaften schwer in die Bredouille gebracht. Ab Ende März ließ die Airline ihre gesamte Flotte am Boden. Erst seit Mitte Juni heben die ersten Maschinen wieder ab. Die Airline verbrennt daher jeden Monat hunderte Millionen Pfund.

Im ersten Geschäftshalbjahr bis 30. März musste Easyjet Treibstoffgeschäfte im Wert von 160 Millionen Pfund abschreiben, weil sie infolge des Flugstopps und der zugleich eingebrochenen Ölpreise wertlos wurden. Der für das reiseschwache Winterhalbjahr typische Verlust vor Steuern wuchs daher um rund 30 Prozent auf 353 Millionen Pfund.

Das Unternehmen hat bereits ein hartes Sparprogramm eingeleitet. Rund 4500 der etwa 15.000 Jobs bei der Airline stehen auf der Kippe

Von: dk, dpa

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