Easyjet-Gründer bietet 5 Millionen Pfund für Geheim-Infos zu Airbus-Bestellung

Stelios Haji-Ioannou ist weiter wild entschlossen, Easyjet in der kommenden Woche neu aufzustellen. Dafür hat er jetzt Belohnungen für Informationen von Mitarbeitern ausgesetzt, die seinem Kurs helfen. Der Gründer vermutet Korruption rund um eine Airbus-Großbestellung.

Der Begründer der Easyjet, Stelios Haji-Ioannou, vor einem Airbus A319. © dpa / Soeren Stache

Anderthalb Wochen vor der von ihm erzwungenen Easyjet-Generalversammlung versucht Airline-Gründer Stelios Haji-Ioannou jetzt mit hohen Belohnungen, seine Sicht der Dinge durchzusetzen. Laut "Reuters" bietet der griechische Multimillionäre 10.000 Pfund für Tipps, die seiner Kampagne zur Abwahl hochrangiger Aufsichtsratsmitglieder nützen und gar 5 Millionen Pfund (5,6 Millionen Euro) für Informationen über Korruption und Vetternwirtschaft rund um eine Bestellung von insgesamt 107 Airbus-Flugzeugen durch Easyjet, die Haji-Ioannou unbedingt stornieren möchte.

"Wenn Sie ein aktueller oder ehemaliger hart arbeitender Easyjet-Mitarbeiter sind oder jemand anderes, der im Umgang mit Airbus etwas Verdächtiges von jemandem innerhalb von Easyjet gesehen hat, könnten Sie von Stelios eine Belohnung von bis zu 5 Millionen Pfund erhalten", verkündete Haji-Ioannaou, sich selbst in der dritten Person erwähnend. Er suche nach unerklärlichen Reichtümern und spielte dabei auch auf die hohen Korruptionsstrafe von vier Milliarden Euro an, zu deren Zahlung sich Airbus bereit erklärt hat.

Easyjet-Management weist Vorwurf der Illegalität zurück

Easyjet ist sich bei der Bestellung der Airbus-Flugzeuge hingegen keiner Fehler bewusst. Man habe einen externen Prüfer beauftragt, den Bestellprozess aus dem Jahr 2013 unter die Lupe zu nehmen. Der Bericht des Prüfers bestätigte, dass "der Beschaffungsprozesse robust und rechtmäßig war."

Zudem erklärte die Airline abermals, dass man über genügend Liquidität für ein längeres Flugverbot aufgrund der Coronavirus-Pandemie verfüge. Die Aufrechterhaltung der Airbus-Bestellung sei für die Easyjet-Zukunft von entscheidender Bedeutung, da die neuen Jets als Ersatz für ältere Flugzeuge benötigt werden.

© dpa, Gareth Fuller/PA/dpa Lesen Sie auch: Easyjet-Aufsichtsrat stemmt sich gegen Abwahl - Hauptversammlung Ende Mai

Einige Aktionäre stimmen dem zu. Drei der größeren Aktionäre des Unternehmens, die zusammen etwa 15 Prozent der Aktien besitzen, haben erklärt, dass sie bei der Abstimmung das derzeitige Management unterstützen werden. Easyjet sagte am Dienstag auch, dass die Investoren-Beratergruppen ISS, Glass Lewis und PIRC den Aktionären empfohlen haben, das Management zu unterstützen.

Von: dk

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