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Flugzeuge der Easyjet. © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Easyjet wehrt sich gegen Greenwashing-Vorwürfe in Bezug auf die angekündigte pauschale Kompensation des gesamten CO2-Ausstoßes ihrer Flugzeuge. Die Airline hatte in der vergangenen Woche angekündigt, künftig sämtliche CO2-Emissionen zu kompensieren und sich als erste Fluggesellschaft weltweit bezeichnet, die "alle Flüge mit Netto-Null-Emissionen betreibt."

Bei der Kompensation handle es sich um weit mehr als eine reine PR-Aktion, verteidigt Deutschland-Chef Stephan Erler jetzt das Programm im Gespräch mit airliners.de. Man nutze ausschließlich nach "Gold" oder "VCS"-Standard zertifizierte Kompensationsmaßnahmen der Partner "First Climate" sowie "Eco Act" und richte sich dabei am tatsächlichen Gesamtverbrauch der Flotte aus.

Zuvor hatten etwa die "Taz" oder auch die "Welt" darauf verwiesen, dass die rund 30 Millionen Euro, die Easyjet im ersten Jahr für das Offsetting eingeplant hat, nur rund 30 Cent pro Passagier entsprächen und somit weit unter den Preisen für die Kompensation von Kurzstreckenflügen über andere Kanäle.

Zudem kompensiere Easyjet lediglich die reinen CO2-Emissionen und nicht die CO2-Wirkung, die in Flughöhe mindestens zweimal höher anzusetzen sei, so der Vorwurf von Umweltschützern auf "Spiegel Online".

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© AirTeamImages.com, Niels HerbrichLesen Sie auch: Easyjet drosselt Wachstum und will alle Emissionen kompensieren

Rein rechnerisch seien diese Erwägungen sogar korrekt, so Erler. Von der Wirkung her sieht der Easyjet-Manager die eingeleiteten Maßnahmen aber bei einem Gegenwert von 100 bis 120 Millionen Euro an Einzelkompensationen, also knapp vier Mal so hoch, wie die von Easyjet für das erste Jahr eingeplanten Gesamtausgaben.

Denn als Großabnehmer entstünden bei der Teilnahme an den Umweltprojekten weit weniger administrative Kosten als bei der Kompensation von Einzelflügen, rechnet Erler vor. Zudem gebe es weitere Skaleneffekte. So blicke Easyjet sehr genau auf die einzelnen finanzierten Kompensationsprogramme und wähle gezielt aus. Aktuell sei auf diese Art und Weise die Kompensation über vergleichsweise günstig umzusetzende Maßnahmen noch möglich.

Im laufenden Geschäftsjahr (Oktober bis September) werde man umgerechnet rund 30 Millionen Euro aufwenden. Die Programme und auch die Kosten würden aber im Laufe der Zeit angepasst, so Erler. Dabei würden sich die Zahlungen auch nicht am errechneten CO2-Ausstoß pro Passagier orientieren, der bei anderen Airlines aufgrund geringerer Sitzladefaktoren deutlich höher ausfallen könne, sondern am Gesamtausstoß der Flotte. Insgesamt sei ein einfacher Vergleich mit den Kosten für freiwillige Kompensationen über Klimaportale wie Atmosfair oder Myclimate daher nicht möglich.

© airliners.de, Lesen Sie auch: So verschieden sind die Emissionsdaten in Klimavergleichen Hintergrund

Freiwillig kompensieren kann man derweil auch bei anderen Airlines. So ruft beispielsweise Lufthansa ihre Kunden im Nachgang zum Ticketkauf dazu auf, die Emissionen zu für ihren Flug zu kompensieren. Dabei können Kunden seit kurzem selbst per Schieberegler definieren, auf welche Art sie kompensieren wollen.

Für einen Flug zwischen Berlin und Frankfurt fallen so bei Lufthansa im günstigsten Fall 1,50 Euro an - bei der Kompensation über 100 Prozent "Power to Liquid"-Kerosin sind es derweil pro Sitzplatz mehr als 30 Euro.

Nur wenige Kunden kompensieren freiwillig

Mit einer Kompensation auf freiwilliger Basis hat auch Easyjet bereits Erfahrung gemacht. Man habe bei Kompensationsaufrufen im Buchungsprozess allerdings feststellen müssen, das dies von den allermeisten Kunden nicht angenommen wurde. Daher nehme man die Kompensationszahlungen nun selbst in die Hand.

Ohnehin sieht man bei Easyjet die Kompensation von CO2-Emissionen nur als Zwischenschritt zu einer wirklich nachhaltigen Luftfahrt. Bereits seit einiger Zeit unterstützt die Fluggesellschaft mit der Firma Wright Electric die Entwicklung elektrisch betriebener Flugzeuge.

Mit Airbus hat Easyjet nun zudem ein Projekt für hybridelektrische Flugzeuge angestoßen. Das Projekt zielt darauf ab, die technischen Herausforderungen und Anforderungen für den Einsatz neuartiger Verkehrsflugzeuge auf Flügen innerhalb Europas zu ermitteln. Ziel ist die Serienreife bis 2030.

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