Easyjet verbucht Gewinnrückgang bei steigenden Passagierzahlen

Easyjet macht im abgelaufenen Geschäftsjahr bis zu 430 Millionen Pfund Gewinn. Damit liegt die Airline in der Prognose, aber deutlich unter dem Vorjahreswert. Brexit und Konjunkturaussichten bleiben herausfordernd.

Eine A320 Neo von Easyjet. © AirTeamImages.com / Matthieu Douhaire

Der britische Billigflieger Easyjet hat im abgelaufenen Geschäftsjahr deutlich weniger Gewinn gemacht. Der um Sonderposten bereinigte Vorsteuergewinn soll 420 bis 430 Millionen britische Pfund (471 bis 482 Millionen Euro) erreichen, wie das Unternehmen am Dienstag in Luton bei London mitteilte.

Damit liegt das Ergebnis im Ende September beendeten Geschäftsjahr klar unter dem Vorjahreswert von 578 Millionen. Die von Konzernchef Johan Lundgren genannten Zahlen liegen aber im oberen Bereich der zuvor ausgegebenen Prognose von 400 bis 440 Millionen Pfund. Analysten hatten im Schnitt mit 424 Millionen gerechnet.

Easyjet muss auch beim Umsatz pro Passagier einen Rückgang hinnehmen. Pro Sitz gingen die Erlöse währungsbereinigt um 2,7 Prozent nach unten. In der zweiten Jahreshälfte ging es aber aufwärts. Dies ist laut Easyjet auch auf die Streiks bei Ryanair und British Airways zurückzuführen.

Auslastung leicht rückgängig

Die Zahl der Passagiere wuchs um neun Prozent auf 96 Millionen. Die Airline hatte das Flugangebot im abgelaufenen Geschäftsjahr allerdings um 10,3 Prozent auf nun 105 Millionen Sitze ausgeweitet, sodass die Auslastung der Maschinen vorläufigen Zahlen zufolge um 1,4 Prozentpunkte auf 91,5 Prozent zurückging.

Easyjet zählt bei der Auslastung sogenannte "earned seats". Darin werden alle verkauften Sitze unabhängig davon erfasst, ob der jeweilige Fluggast tatsächlich an Bord war. Außerdem zählen Mitarbeiter-Dienstreisen und Sitzplätze für Werbezwecke mit in die Kategorie. Die effektive Auslastung der Maschinen dürfte also leicht unter dem angegebenen Wert liegen.

Gesamtkosten steigen, relative Kosten sinken

Easyjet war im Winterhalbjahr tiefer in die roten Zahlen gerutscht. Dazu beigetragen hatten gesunkene Ticketpreise und konjunkturelle Unsicherheiten wie die Hängepartie um den Brexit. Aber auch die Kosten stiegen deutlich an.

Als Gründe für die um etwa 12 Prozent gestiegenen Kosten nennt die Airline die Kapazitätsausweitung, höhere Kerosinpreise, und die Wechselkursentwicklung. Die Ausgaben für Treibstoff im Gesamtjahr 2019 schätzt Easyjet auf rund 1,4 Milliarden Pfund (rund 1,25 Milliarden Euro).

Der Kostenanstieg sei teilweise durch Verbesserungen bei den Kosten pro Sitzplatz ohne Kraftstoff ausgeglichen worden, so die Airline. Ohne Treibstoff und währungsbereinigt sollen die Gesamtkosten pro Sitz nach den vorläufigen Zahlen um einen knappen Prozentpunkt sinken.

Airline-Chef Lundgren zeigte sich mit dem Verlauf des Geschäftsjahrs denn auch insgesamt zufrieden: "Easyjet hat sich trotz schwieriger Marktbedingungen weiterhin im Rahmen der Erwartungen entwickelt." Die Buchungszahlen für das neue Geschäftsjahr lägen auf Vorjahresniveau, heißt es von der Airline.

Im vierten Quartal hatte es Easyjet zufolge unter anderem Störungen des Flugbetriebes durch Stürme in ganz Europa und technische Probleme am Flughafen London-Gatwick gegeben.

Von: hr mit Material von dpa

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