Easyjet stellt Flugbetrieb weitestgehend ein

Easyjet bereitet die weitestgehende Einstellung des Flugbetriebs vor. Ab dem 24. März gibt es nur noch einen Notflugplan, teilte die Fluggesellschaft jetzt mit. 90 Prozent der Kapazitäten bleiben wegen der Coronavirus-Auswirkungen am Boden.

Easyjet-Maschinen am Flughafen Tegel. © AirTeamImages.com / Markus Mainka

Nachdem etliche andere Fluggesellschaften in Europa bereits eine weitestgehende Einstellung des Flugbetriebs verkündet haben, bereitet nun auch Easyjet die Stilllegung eines Großteils der Flotte vor.

Wie die Fluggesellschaft mitteilte, werde Easyjet ab kommenden Dienstag, 24. März nur noch ein Minimalprogramm an Flügen aufrecht halten. Dies werde maximal zehn Prozent der ursprünglich geplanten Kapazität betragen. Geflogen würden hauptsächlich Strecken nach, von und innerhalb des Vereinigten Königreichs.

Zudem will Easyjet weiterhin zur Rückführung von Kunden Flüge durchführen. Der Großteil des Rückführungsprogramms werde aber bis Montag abgeschlossen sein, teilte Easyjet mit. Kunden seien dazu aufgerufen, ihre Rückflüge rechtzeitig umzubuchen. Kosten würden dafür nicht entstehen.

Ab kommender Woche will die Fluggesellschaft nun den Bedarf regelmäßig prüfen und gegebenenfalls Flüge wieder ins Programm nehmen. "Dies sind beispiellose Zeiten für die Luftfahrtindustrie", sagte Easyjet-CEO Johan Lundgren. Es sei die richtige Maßnahme, das Flugprogramm deutlich zu reduzieren, wenn viele Länder ihren Bürgern raten, nicht zu reisen. Man müsse die Flugzeugflotte am Boden lassen um die Kosten zu senken.

Forderung nach koordinierten EU-Unterstützungen

Das Unternehmen hatte sein Flugangebot bereits zum Anfang der Woche deutlich gekürzt. Gleichzeitig hatte Lundgren eine koordinierte Unterstützung durch die europäischen Regierungen gefordert: "Europas Luftfahrtbranche steht vor einer unsicheren Zukunft", sagte er am Montag. Gleichzeitig bemühte sich Easyjet, die Investoren zu beruhigen. Das Unternehmen verfüge über eine starke Bilanz mit Finanzmitteln von 1,6 Milliarden britischen Pfund (1,8 Milliarden Euro) und eine Kreditlinie von 500 Millionen US-Dollar (450 Millionen Euro). Hinzu kämen Flugzeuge im Wert von mehr als vier Milliarden Pfund, die unbelastet von Schulden seien, sowie wertvolle Start- und Landerechte.

Auch andere Airlines bleiben am Boden

Ryanair streicht ebenfalls ab dem 24. März so gut wie alle Flüge. Einzig Verbindungen zwischen Großbritannien und Irland sind dann noch im Programm. Ryanair-Tochter Lauda hatte bereits am 16. März den Flugbetrieb komplett eingestellt.

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Auch bei den Fluggesellschaften der Lufthansa Group sind kaum noch Flugzeuge in der Luft. Bis 19. April finden nur noch rund fünf Prozent der ursprünglich geplanten Flüge statt. Von den 763 Flugzeugen des Konzerns blieben vorläufig rund 700 am Boden. Fernflüge bietet die Lufthansa nur noch ab Frankfurt und dreimal pro Woche mit der Tochter Swiss ab Zürich an.

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Von: dh

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