Easyjet stellt Netzwerk und Basen auf den Prüfstand

Easyjet wird wegen der Corona-Krise schrumpfen. Die Airline plant mit einem drastischen Arbeitsplatzabbau, stellt Netzwerk und Basen auf den Prüfstand und will Verträge neu verhandeln.

In Genf abgestellte Flugzeuge von Easyjet © dpa / Salvatore Di Nolfi

Der britische Billigflieger Easyjet muss im Zuge der Corona-Krise bis zu 30 Prozent der Arbeitsplätze streichen, baut Kapazitäten ab, evaluiert das gesamte Netzwerk und will Verträge neu verhandeln.

Das Management begründete die Kürzungen mit dem Einbruch des Flugverkehrs infolge der Coronavirus-Pandemie und der Erwartung, dass die Nachfrage nach Flugtickets nicht vor dem Jahr 2023 wieder auf das Niveau von 2019 klettert.

"Obwohl wir den Flugbetrieb am 15. Juni wieder aufnehmen werden, gehen wir davon aus, dass sich die Nachfrage langsam aufbaut und erst in etwa drei Jahren wieder den Stand von 2019 erreicht", sagte Easyjet-Chef Johan Lundgren.

Insgesamt rund 4500 Jobs sollen konzernweit wegfallen, teilte das Unternehmen am Donnerstag in London mit. Man werde in Kürze eine Mitarbeiterkonsultation zu Vorschlägen für einen Personalabbau beginnen. Von den rund 15.000 Easyjet-Beschäftigten seien rund 4000 Piloten und 8000 Flugbegleiter, hieß es. Diese dürften von den Kürzungen am stärksten betroffen sein, weil ihre Arbeit direkt von der Zahl der Flugzeuge abhängt.

Eine Finanzprognose für das laufende Geschäftsjahr bis Ende September traut sich Lundgren weiterhin nicht zu. Im vierten Geschäftsquartal, das die für Fluggesellschaften wichtigen Sommermonate umfasst, werde das Flugangebot voraussichtlich 70 Prozent geringer ausfallen als ein Jahr zuvor.

Weniger Flugzeuge als geplant

Auch die Flugzeugflotte soll zunächst schrumpfen, statt wie geplant zu wachsen. Bis Ende des Geschäftsjahres 2021 soll die Flotte auf 302 Maschinen schrumpfen, 51 Flugzeuge weniger als vor Covid-19 für Ende 2021 geplant. Vor der Corona-Flugeinstellungen verfügte die Airline nach eigenen Angaben über 337 Flugzeuge.

Zudem kündigte Easyjet jetzt an, Flugzeuge im Wert von 500 bis 650 Millionen Pfund (557 bis 724 Euro) auf "Sale-and-Leaseback"-Basis zu verkaufen. Zu gegebener Zeit würden weitere Informationen über die Entwicklungen dieser Verhandlungen mit Leasinggesellschaften gemacht, teilte Easyjet mit.

Von: dh, br mit dpa-AFX, AFP

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