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Easyjet-Chef fordert Umwelt-Zweckbindung von Luftfahrtsteuern

Easyjet-Chef Johan Lundgren fordert eine Reform der Steuern für die Luftfahrt. Diese sollten zweckgebunden sein, um umweltschonende Technologien zu fördern. Ähnliches forderte bereits in der Vergangenheit der BDL.

Easyjet-Chef Johan Lundgren © Easyjet

Easyjet-Chef Johan Lundgren fordert eine Steuerreform für die Flugbranche mit höheren Abgaben für umweltschädliches Verhalten. "Ein Ansatz wäre eine Abgabe nicht auf Tickets pro Person, sondern auf den Kerosinverbrauch und Flugzeugbewegungen.

Dann gibt es weniger Flüge, aber auf denen verkehren dann größere, gut ausgelastete Maschinen", sagte Lundgren der "Wirtschaftswoche". "Die Abgaben müssen, anders als heute, umweltschädliches Verhalten stärker belasten als umweltfreundliches." Die britische Easyjet ist der zweitgrößte Billigflieger in Europa, hinter Branchenprimus Ryanair.

Steuern müssen in neue Technologien investiert werden

Die Einnahmen durch eine solche Steuerreform sollten aber nicht in die öffentlichen Haushalte fließen, sagte Lundgren. "Diese Mittel müssen neue umweltfreundliche Technologien fördern." Dafür seien auch höhere Steuern und Abgaben gerechtfertigt. "Ich bin kein Fan davon. Aber wenn wir nur damit genug Geld für Innovationen sammeln können, akzeptiere ich das", sagte der Easyjet-Chef.

Ähnliches fordert auch die deutsche Luftverkehrswirtschaft. BDL-Hauptgeschäftsführer Mathias von Randow sagte im Interview mit airliners.de zum Theme Luftverkehrsteuer: "wenn diese Steuer nicht abgebaut wird, sollte der Gesetzgeber wenigstens dafür sorgen, dass die Einnahmen daraus für den Klimaschutz genutzt werden."

© BDL, Lesen Sie auch: "Die Luftverkehrssteuer sollte für den Klimaschutz genutzt werden" Interview

Bundesverkehrsminister Scheuer (CSU) hatte sich der Forderung nach einer Erhöhung der Abgabe auf der nationalen Luftfahrtkonferenz in Leipzig angeschlossen, wenn die Einnahmen zweckgebunden für die Erforschung von Klimaschutzmaßnahmen im Luftverkehr verwendet würden.

Die deutsche Luftverkehrsteuer wird seit 2011 mit Sätzen von aktuell 7,38 Euro bis 41,49 Euro erhoben. Sie spülte im vergangenen Jahr knapp 1,2 Milliarden Euro in den Bundeshaushalt. Mit ihrem neuen Klimaschutzpaket will die schwarz-rote Koalition künftig Bahnfahren billiger und Flüge teurer machen. Dazu soll die Luftverkehrsteuer erhöht werden. Von einer Zweckbindung ist im Paket aber nicht die Rede.

© Bundesregierung , Lesen Sie auch: Das sind die Klimapläne der Regierung für den Luftverkehr Übersicht

In Großbritannien wird derzeit die Einführung einer Vielflieger-Abgabe diskutiert. In der Schweiz steht eine Luftverkehrsteuer vor der Einführung. Frankreich hat bereits eine Umweltsteuer auf Flugtickets angekündigt, die von 2020 an erhoben werden und je nach Art des Tickets zwischen 1,50 und 18 Euro betragen soll. Das Geld soll dort ebenfalls vor allem in das Schienensystem fließen.

Von: dpa, br

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