Easyjet beugt sich Gründer - Versammlung kommt, Auslieferungen vorerst nicht

Es bleibt keine Wahl: Der Easyjet-Aufsichtsrat stimmt einer umstrittenen Hauptversammlung zu. Außerdem will die Airline in diesem Jahr keine neuen Flugzeuge mehr abnehmen. Dem größten Anteilseigner dürfte das nicht ganz reichen.

Flugzeuge der britischen Fluggesellschaft Easyjet stehen auf dem Flughafen London Southend. © dpa / Nick Ansell/PA Wire

Der Easyjet-Aufsichtsrat beugt sich dem Druck der von Gründer Stelios Haji-Ioannou kontrollierten Easygroup und hat angekündigt, zeitnah eine Hauptversammlung einzuberufen, um über die Abberufung der beiden Aufsichtsratsmitglieder Andreas Bierwirth und Andrew Findlay abzustimmen.

Zuvor war ein Streit über eine Großbestellung von 107 Flugzeugen bei Airbus im Wert von rund fünf Milliarden Euro eskaliert, deren Stornierung Haji-Ioannou fordert. Der Großaktionär droht seit Wochen damit, solange einen fortschreitenden Umbau des "Board of Directors" der Airline zu erzwingen, solange das Management an der Bestellung festhalte.

Einen ersten Antrag der Easygroup für eine Hauptversammlung hatte die Airline in der Vorwoche noch mit Verweis auf formale Fehler abgelehnt und verkündet, ein solches Anliegen sei in den turbulenten Zeiten der Corona-Krise nicht hilfereich. Dem neuerlichen Antrag musste nach britischem Unternehmensrecht nun aber offenbar entsprochen werden.

24 Auslieferungen werden verschoben

Fast zeitgleich mit der Ankündigung, die Hauptversammlung durchzuführen, teilte Easyjet mit, dass man in diesem Geschäftsjahr keine neuen Flugzeuge von Airbus mehr übernehmen werde. 24 bei Airbus bestellte Maschinen sollen vorerst nicht abgenommen werden. Man habe sich mit dem europäischen Flugzeugbauer auf eine Verschiebung der vereinbarten Auslieferung verständigt. Zehn der Flugzeuge sollten im Geschäftsjahr 2020, zwölf im Jahr 2021 und zwei im Jahr 2022 ausgeliefert werden. Wann die Flugzeuge dann an Easyjet gehen, hänge von der Nachfrage auf dem Luftverkehrsmarkt ab.

© dpa, Soeren Stache Lesen Sie auch: Easyjet-Gründer droht, Corona-Staatshilfen zu blockieren

Easyjet begründete die verschobenen Auslieferungen zwar mit den ungewissen Aussichten durch die grassierende Corona-Pandemie. Doch das Vorgehen kann wohl auch als erstes Friedensangebot an den wütenden größten Anteilseigner gelten, der dem Managment auch schon mit Gefängnis gedroht hat. Ob das allerdings reichen kann ist fraglich, Haji-Ioannaou hat wiederholt klargemacht, dass er auf umfangreichen Stornierungen bei Airbus besteht.

Von: dk

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