Easyjet steigt bei Alitalia-Deal aus

Easyjet hat sich aus dem Bieterprozess um Alitalia zurückgezogen. Laut einer Mitteilung des Carriers habe man sich nach Gesprächen mit der italienischen Staatsbahn und Delta Air Lines zu dem Schritt entschieden. Letztere bleibt an Bord.

Alitalia steht zum Verkauf. © ANSA/dpa / Ettore Ferrari

Easyjet hat sich aus den Gesprächen rund um die Rettung der italienischen Fluglinie Alitalia verabschiedet. Nach Diskussionen über die Gründung eines Konsortiums mit der staatlich kontrollierten italienischen Staatsbahn Ferrovie dello Stato und Delta Air Lines habe man sich zum Rückzug entschlossen, teilte das Unternehmen am Montag mit.

Delta Air Lines, der Partner von Easyjet im Bieterkonsortium um Alitalia, bleibt italienischen Medien zufolge an Bord. Allerdings ist die US-Airlines nur mit einem kleinen Anteil dabei. Statt wie zunächst angekündigt mit 20 Prozent wolle Delta zunächst zehn Prozent an der "neuen Alitalia" halten, hieß es. Der Anteil werde sich aber nach vier Jahren auf 20 Prozent verdoppeln.

Staatsfirmen sollen 70 Prozent an "neuer Alitalia" halten

Medienberichten zufolge verlangte Italien von den Bietern zuletzt Investments in Milliardenhöhe. Ziel der Verhandlungen ist von italienischer Seite eine "neue Alitalia". Neben den Bietern sollen dabei auch weiterhin staatliche Unternehmen mehrheitlich an der italienischen Fluggesellschaft beteiligt bleiben. So soll die italienische Staatsbahn, die den Verkauf aktuell koordiniert, rund 15 Prozent der "neuen Alitalia" behalten. Weitere 45 Prozent sollten an andere staatliche Betriebe gehen. Nach der Absage von Easyjet soll der staatliche Anteil nun von 60 auf 70 Prozent steigen.

© dpa - Bildfunk, Telenews/epa ansa/dpa Lesen Sie auch: Italien verlangt hohe Kapitaleinlagen für "neue Alitalia"

Italiens Vize-Regierungschef und Industrieminister Luigi Di Maio hatte Mitte Oktober gesagt, die Regierung wolle zusammen mit der Staatsbahn und einem internationalen Partner die Fluggesellschaft wieder flott machen. Die finanziell stark angeschlagene Airline hatte im Mai 2017 Insolvenz angemeldet und fliegt seither dank eines 900-Millionen-Euro-Brückenkredits weiter.

Im Gespräch für eine Übernahme war ursprünglich auch Lufthansa. Eine Beteiligung an einem vom italienischen Staat kontrollierten Unternehmen kommt für Lufthansa aber nicht in Betracht, hatte Vorstandschef Carsten Spohr bereits mehrfach klar gemacht.

Von: dh mit dpa

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