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Easyjet schiebt weitere Airbus-Auslieferungen

Easyjet schiebt weitere Flugzeugauslieferungen nach hinten. Insgesamt 32 von 107 bestellten Airbus A320 werden wegen Corona später abgenommen als ursprünglich geplant. Das kostet die Airline etliche Millionen.

Schweiz, Basel: Flugzeuge der Easyjet stehen am Flughafen Euroairport. © dpa / Georgios Kefalas/KEYSTONE

Der britische Billigflieger Easyjet schiebt die Abnahme weiterer Airbus-Jets wegen der Corona-Krise auf die lange Bank. Statt 24 Maschinen, wie im April angekündigt, kann die Airline nun 32 Flugzeuge erst später abnehmen als ursprünglich vorgesehen, wie sie nach einer Vereinbarung mit dem Flugzeugbauer am Dienstag in Luton bei London mitteilte.

Easyjet reagiert mit der Verschiebung auf den Einbruch des Flugverkehrs durch die Coronavirus-Pandemie und die Erwartung, dass die Fluggastzahlen erst in einigen Jahren wieder das Niveau aus der Zeit vor der Krise erreichen.

Acht Maschinen darf die Fluggesellschaft statt in ihrem bis Ende September laufenden Geschäftsjahr 2020 nun zwei Jahre später entgegennehmen. Die restlichen 24 Maschinen, die eigentlich in den Geschäftsjahren 2020 bis 2022 eintreffen sollten, soll die Airline nun erst in den Geschäftsjahren 2025 bis 2027 bekommen.

Zunächst spart die Verschiebung Easyjet viel Geld. Am Ende könnte die Gesellschaft wegen einer Preissteigerungsklausel im Vertrag allerdings bis zu 95 Millionen Pfund (106 Millionen Euro) mehr bezahlen müssen, hieß es.

Dies entspricht etwa dem Listenpreis eines Airbus A320 Neo, wie ihn Easyjet in Massen bestellt hat. Allerdings hatte die Airline bei ihrem Großauftrag aus dem Jahr 2013 nach eigenen Angaben einen "sehr substanziellen Rabatt" ausgehandelt, der ihr erhalten bleibe.

Airbus-Bestellungen sind großer Streitpunkt unter Easyjet-Aktionären

Die Airbus-Bestellungen haben bereits zu hohen Wogen bei Easyjet geführt. Easyjet-Gründer Stelios Haji-Ioannou war zuletzt mit seinem Vorhaben gescheitert, die Abbestellung aller 107 noch ausstehenden Airbus-Flugzeuge zu erzwingen. Bei einer Aktionsärsabstimmung über den Rauswurf der wichtigsten Easyjet-Manager fiel eine Entscheidung Ende Mai allerdings deutlich gegen den größten Easyjet-Einzelaktionär aus.

© dpa, Bernd Settnik Lesen Sie auch: "Es ist zu früh für konkrete Prognosen zu einzelnen Easyjet-Standorten" Interview

Für Haji-Ioannou, der bereits 2010 aus Protest gegen die Expansionsstrategie aus dem Easyjet-Vorstand zurückgetreten war, scheint die Airbus-Bestellung im Wert von rund fünf Milliarden Euro derart absurd zu sein, dass er dahinter finstere Machenschaften vermutet. So drohte er den beteiligten Managern bereits mit Gefängnis und bot zuletzt über fünf Millionen Euro Belohnung für belastbare Informationen zu Korruption rund um die Bestellung.

Von: dh mit dpa

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