Easa findet Problem im Autopiloten von Boeings 737 Max

Nach dem Grounding der 737 Max hatte die Easa angekündigt, dessen Flugsteuerung unabhängig von der FAA vollständig zu überprüfen. Dabei stießen die Europäer auf eine gefährliche Verzögerung beim Autopiloten.

Cockpit einer 737 Max © Air Team Images / Weimeng

Die europäische Luftfahrtbehörde Easa hat im Rahmen des Wiederzulassungsverfahrens für die Boeing 737 Max ein Problem mit dem Autopiloten identifiziert und dieses der FAA und Boeing mitgeteilt. Das berichtet Bloomberg mit Verweis auf mit dem Vorgang vertraute Personen.

Die Easa habe während ihres eigenständigen "Design Reviews" der Flugsteuerungssysteme der 737 Max festgestellt, dass sich der Autopilot in bestimmten Situationen nur verzögert abschaltet. Damit würde den Piloten im Notfall wichtige Zeit geraubt, was sich in extremen Fluglagen fatal auswirken könnte.

Laut Bloomberg könnte ein tief gehende Fehlfunktion im komplexen System der automatischen Flugsteuerung erhebliche Auswirkungen auf die Zertifizierung der Max haben und das Grounding immens verlängern.

Der Autopilot ist einer von fünf Problembereichen, die von der Easa an die FAA gemeldet wurden. Dazu gehören die Bedienbarkeit des manuellen Trimmrads, neue Trainingsverfahren für Piloten und die Verarbeitung der Daten aus den Anstellwinkelsensoren.

Zwei neue technische Probleme in zwei Wochen

Hinzu kommt eine Fehlfunktion, die erst in den letzten Wochen festgestellt wurde: Laut CNN haben von der Regierung eingesetzte Testpiloten herausgefunden, dass eine Fehlfunktion eines Mikroprozessors zu einem Sturzflug führen kann. Dabei habe es sich als schwierig erwiesen, "innerhalb von Sekunden" den Flieger wieder unter Kontrolle zu bekommen, was ein untragbares Risiko darstelle.

© Boeing (Facebook), Lesen Sie auch: FAA identifiziert neues "mögliches Risiko" bei Boeings 737 Max

Abgesehen von den bisher unbekannten Risiken bezüglich des Autopiloten stimmen Easa und FAA in der Bewertung, auf welche Bereiche bei Zertifizierung ein besonderes Augenmerk gelegt werden muss, überein. Einen verbindlichen Fahrplan wann die 737 Max in Europa wieder abheben darf, gibt es jedoch nicht.

Boeing erklärte zu den neuen Informationen aus Europa lediglich, dass die Beamten des Unternehmens weiterhin "mit den Regulierungsbehörden zusammenarbeiten und Informationen liefern, während wir an dem Weg zur sicheren Wiederinbetriebnahme der Max arbeiten".

© dpa, Elaine Thompson Lesen Sie auch: Leiharbeiter mit 9-Dollar-Stundenlohn schrieben 737-Max-Software

Von: dk

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