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Easa veröffentlicht Hygiene-Anweisungen für Airlines

Die EU-Flugaufsicht will die verstärkten Hygiene-Maßnahmen der Airlines in der Corona-Krise standardisieren und gibt Regeln zur Desinfektion und Reinigung von Flugzeuge vor. Bisher mangelt es an EU-weiten Maßnahmen zur Kontrolle des Virus.

Ein Pilot sitzt mit Schutzanzug und Maske im Cockpit. © dpa / Cheng Min

Mit einer neuen Sicherheitsanweisung ("Saftey Directive" SD-220-01 und SD-220-02) an die Fluggesellschaften will die EU-Flugaufsichtsbehörde Easa die Verbreitung des neuartigen Coronavirus durch Flüge von und aus Hochrisikogebieten zu verhindern. Dabei handele es sich um die erste EU-weite operative Maßnahme zur Kontrolle der Verbreitung von COVID-19, teilte die Behörde mit.

Die Sicherheitsrichtlinie legt Maßnahmen fest, die bei Flügen in Gegenden mit vielen Covid-19-Erkrankten zu ergreifen sind. Sie schreibt eine gründliche Desinfektion und Reinigung von Flugzeugen vor, die von Hochrisikozielen aus operieren, und zwar nach jedem Flug. Ausnahmen gibt es nur, wenn Desinfektionsmittel mit einer länger anhaltenden Wirkung verwendet werden - aber selbst in diesen Fällen ist eine gründliche Desinfektion spätestens 24 Stunden nach dem Abflug von einem Hochrisiko-Flughafen vorgeschrieben.

Flugzeuge mit infizierten Passagieren sollen vollständig desinfiziert werden

Es gehe auch darum, Passagieren, den Besatzungen der Fluggesellschaften und dem Flughafenpersonal zu versichern, dass ihre Gesundheit und Sicherheit oberste Priorität habe, sagte die europäische Verkehrskommissarin Adina Valean.

Die geographische Einteilung von Gebieten mit hohem Risiko soll vor allem auf Grundlage der Lageberichte der Weltgesundheitsorganisation (WHO) und Bewertungen regionaler Gesundheitsbehörden erfolgen.

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Die EASA empfiehlt ferner, als Präventivmaßnahme die vollständige Desinfektion aller Flugzeuge durchzuführen, die einen Passagier befördert haben, bei dem der Verdacht auf eine Infektion mit COVID-19 bestand oder sich bestätigt hat. Flughafenbetreiber sollten die Terminals ebenfalls regelmäßig desinfizieren.

Passagiere sollen in der ganzen Kabine verteilt werden

In Kürze sollen zusätzliche Leitlinien veröffentlicht werden. Darin wird sich auch die Empfehung finden, dass die Passagiere bei nicht ausgebuchten Flügen möglichst in der gesamten Kabine verteilt werden sollen. Wo immer möglich, sollten die Passagiere auch Einweg-Desinfektionstücher erhalten, um ihren Sitzbereich "zur persönlichen Beruhigung" zusätzlich zu reinigen.

Spezielle Empfehlungen für das Kabinenpersonal besagen zudem, dass Besatzungsmitglieder, die direkten Kontakt mit einem bestätigten Fall hatten, unter 14-tägige Quarantäne gestellt werden sollen.

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"Diese Richtlinie bekräftigt das Engagement der Luftfahrt, die Verbreitung des neuartigen Coronavirus zu bekämpfen", sagt Patrick Ky, Exekutivdirektor der EASA. "Wir sind uns bewusst, dass viele Fluggesellschaften ihre Reinigungsverfahren bereits verbessert haben, und die Mitgliedsstaaten haben zusätzliche Maßnahmen eingeführt." Da der Luftverkehr von Natur aus international sei, werde eine Standardisierung auf europäischer Ebene diese Maßnahmen noch effizienter machen.

Von: dk

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