Easa warnt Airbus-A321-Neo-Piloten vor möglichen Steuerungsproblemen

Einige Airbus A321 Neo können in bestimmten Fluglagen anders auf Steuereingaben reagieren als gewohnt. Davor warnt jetzt die Easa. Anders als bei der Boeing 737 Max können Piloten aber jederzeit gegensteuern.

Airbus A321LR © AirTeamImages.com

Die EU-Luftfahrtbehörde Easa warnt Piloten vor möglichen Schwierigkeiten bei der Steuerung des Airbus A321 Neo.

In einer "Airworthiness Directive" beschreibt die Behörde, dass Flugzeuge mit einer bestimmten Version des Elevator Aileron Computers (ELAC) bei speziellen Manövern in kritische Fluglagen kommen könnten, wenn die Crew nicht angemessen reagiert. Piloten der betroffenen Flugzeuge sollen daher über die Limits informiert werden.

Damit die Probleme auftreten können, müssten aber mehrere Faktoren zusammenkommen, etwa eine Flughöhe von unter 100 Fuß, wie ein Airbus-Sprecher am Freitag präzisierte. Die Probleme mit bestimmten Versionen des ELAC seien während Entwicklungstests aufgefallen. Es seien aber keine Komplikationen im laufenden Betrieb festgestellt worden.

Nach Angaben von Flight Global tritt das Problem nur in bestimmten Landekonfigurationen bei hecklastigem Schwerpunkt auf und auch nur, wenn aus dieser Konfiguration heraus ein "dynamisches" Manöver geflogen werden soll, also etwa ein Durchstarten. Dann könne es dazu kommen, dass das Flugzeug die Nase stärker als üblich nach oben zieht.

Zuvor hatte die "Welt" darüber berichtet und eine Parallele zu den Steuerungsproblemen der Boeing 737 Max gezogen.

Die Crew könne allerdings bei den beim Airbus A321 Neo aufgetretenen Steuerproblemen auf eine solche Situation reagieren, betonte Airbus. Alle Kunden seien bereits informiert worden. Eine Lösung sei bis zum dritten Quartal 2020 verfügbar. Wie viele Flugzeuge genau davon betroffen sind, war zunächst unklar. Die erste A321 Neo war im April 2017 an Kunden ausgeliefert worden.

Von: dh mit dpa

Lesen Sie jetzt
Themen
Airbus IT Technik Industrie Airbus A321neo