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DWDWDW (13) Gastautor werden

Willkommen im Wunderland der Foto-Opportunitäten

Das war die Woche die war: Den lokalen Tourismus unterstützen, danach sehnen sich alle Politiker. Denn zu Hause wird man dafür fotografiert. Um das Große und Ganze muss sich wer anderes kümmern, schlussfolgert unser Kolumnist Andrew Charlton. Dafür gibt es ja keinen Wahlkreis.

Politiker (Symbolbild). © Adobe Stock / Stokkete

Staatliche Beihilfen für die Großen gab es zu Genüge. Das wird langsam langweilig und vorhersehbar. Jetzt ist es an der Zeit, dass die Kommunalpolitiker, die wirklichen Politiker, die mit dem Gesicht nach unten, ihren Tag an der Sonne haben. Der Impfstoff glänzt am Horizont, Weihnachten steht auch vor der Tür. Wir dürfen keine Zeit verlieren!

DWDWDW ("Das War Die Woche Die War")
30. November bis 4. Dezember 2020

Jeder kann eine große und auffällige staatliche Hilfe für nationale Champions leisten. Es erscheint ja auch weise, der nationalen Fluggesellschaft das gesamte Vermögen zu geben. Das gibt einen gewissen Wohlfühleffekt, aber es hat auch Nachteile. Echte Politiker, die besten, die am ehesten wiedergewählt werden, wissen, dass Politik für die Heimat gemacht wird.

Also, wenn die nationale Fluggesellschaft ihren Sitz nicht dort hat, wo auch der Politiker sitzt, sind die Vorteile dieser Hilfe begrenzt. Zumindest gemessen an Foto-Opportunitäten in der passenden Lokalzeitung und Prahlereien mit dem richtigen Nutzen. Denn es ist, wie es ist: Jeder will einen Teil des Ruhmes. Politiker sind nicht gut im Teilen.

Und, seien wir ehrlich, die meisten nationalen Fluggesellschaften werden nicht überall von der Nation geliebt. British Airways etwa ist im Ausland nicht nur als "Bloody Awful" bekannt und Lufthansa gilt nicht überall als "Lusthansa". Hinter uns liegt die Woche der staatlichen Beihilfen für die kleinen Jungs.

Nein, hier geht es nicht um diese Wähler, es geht um die Wähler, die bei der nächsten Wahl die Politiker wählen werden, die diese Großzügigkeit möglich gemacht haben: 1,3 Millionen Euro sind ein guter Anfang. Kommunalpolitik in ihrer lokalsten Ausprägung. Dennoch, merken Sie sich meine Worte, es wird nicht das letzte Mal sein, dass Sie das Wort "Konnektivität" in einer Pressemitteilung über staatliche Beihilfen sehen.

Über den Autor

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Andrew Charlton ist der Geschäftsführer von Aviation Advocacy, einer auf den Luftverkehr fokussierten Strategie- und Regierungsberatung mit Sitz in der Schweiz. Andrew ist zudem Herausgeber des "Aviation Intelligence Reporter", der einen zunehmend einflussreichen und unerschütterlich unabhängigen Blick auf die Luftfahrt bietet, immer durchdacht und nie einseitig.

Am Montag begannen die Feierlichkeiten mit der Ankündigung, dass die EU-Kommission ein dänisches Programm zur Unterstützung von Flügen zwischen Bornholm und Sønderborg genehmigt hat, allerdings nur für "bestimmte Kategorien von Passagieren". Nette, vielleicht? Was ist mit denen, die bei der letzten Wahl für uns gestimmt haben?

Von: Andrew Charlton Jetzt Gastautor werden

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