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DSW wird Kötter-Nachfolger für Sicherheitskontrollen in Düsseldorf

Früher als angekündigt gibt das Bundesbeschaffungsamt bekannt, wer den Zuschlag für die Luftsicherheitskontrollen in Düsseldorf ab Anfang Juni bekommt. Verdi kann mit dem Gewinner DSW leben, auch weil alle Kötter-Mitarbeiter übernommen werden sollen.

Sicherheitsmitarbeiter am Flughafen. © Kötter Services

Der Dienstleister DSW (Deutscher Schutz- und Wachdienst) wird am Flughafen Düsseldorf zum 1. Juni im Auftrag der Bundespolizei die Fluggastkontrollen übernehmen. Das teilte das Bundesbeschaffungsamt in Bonn mit.

Der Auftrag musste neu ausgeschrieben werden, weil die Essener Firma Kötter die Passagierkontrollen in Düsseldorf auf eigenen Wunsch vorzeitig Ende Mai aufgibt.

DSW, eine Tochterfirma der Unternehmensgruppe Piepenbrock, will den rund 1000 Kötter-Mitarbeitern die Übernahme im Rahmen eines Betriebsübergangs anbieten. Sie könnten dann zu den bisherigen Bedingungen weiterarbeiten, sagte ein Piepenbrock-Sprecher.

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Nach Informationen der "Neue Ruhr Zeitung (NRZ) hat die Gewerkschaft Verdi die Kötter-Mitarbeiter bereits über die Neuvergabe informiert. Verdi wolle so schnell wie möglich eine Betriebsversammlung einberufen, müsse aber die derzeitige Coronavirus-Krise abwarten.

Ein wichtige Voraussetzung erfüllt DSW aus Gewerkschaftssicht: Das Unternehmen ist Mitglied im Arbeitgeberverband BDLS. Damit herrsche Klarheit über die Tarifbindung. Von den zuletzt vier gehandelten Kandidaten für Düsseldorf lehnte Verdi das Unternehmen Stölting Security aufgrund der fehlenden Mitgliedschaft im BDLS ab.

DSW ist im Geschäft erfahren

DSW war an den Flughäfen Berlin, Hamburg und Hannover tätig und kontrolliert derzeit die Fluggäste in Bremen. Damit erfüllt man die Erfahrungskritierien, die von der Gewerkschaft und in der Ausschreibung gefordert wurden. Letztere räumte zudem nur Security-Dienstleistern eine Chance ein, die in den letzten drei Jahren einen Netto-Umsatz von mindestens fünf Millionen Euro im Jahr gemacht haben.

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DSW hatte bereits unmittelbar nach Bekanntgabe der Ausschreibung Interesse angemeldet. Die Firma sucht bereits mit Stellenanzeigen nach Luftsicherheitsassistenten und verschiedenen anderen Bewerbern, die für die Kontrollen in Düsseldorf notwendig sind.

Der Düsseldorfer Flughafen wie auch Verdi warnten zuletzt vor Problemen im Sommerreiseverkehr. Nach Einschätzung von Airport-Chef Thomas Schnalke drohen bei einem Anbieterwechsel langwierige Staus und Verzögerungen an den Kontrollstellen. Verdi sah vor allem die kurze Vorbereitungszeit von weniger als zwei Monaten, von der geplanten Verkündung des Ausschreibungsgewinners bis zum Beginn der Kontrollen am 1.6., kritisch. Durch die nun früher erfolgte Bekanntgabe hat sich dieser Zeitraum auf über drei Monate ausgedehnt.

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Von: dk

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