DFS gelingt Trendwende bei flugsicherungsbedingten Verspätungen

Trotz mehr Flügen konnte die Deutsche Flugsicherung die von ihr verursachten Verspätungen gegenüber 2018 merklich senken. Finanzielle Anreize für die Lotsen und mehr Kooperation sollen die Situation weiter verbessern.

Fluglotsen der Deutschen Flugsicherung (DFS) im Tower des Flughafens Düsseldorf. © dpa / Oliver Berg

Die Deutsche Flugsicherung (DFS) hat den Reisemonat Juni nach eigenen Angaben gut bewältigt. Die flugsicherungsbedingten Verspätungen im deutschen Luftraum betrugen 106 Sekunden pro Flug, das sind 15 Sekunden weniger als im Vorjahresmonat, wie die bundeseigene GmbH in Langen bei Frankfurt mitteilte.

Im Juni gab es in einigen Bundesländern Pfingstferien, in anderen begannen gegen Ende des Monats die Sommerferien. In den ersten sechs Monaten des Jahres wurden im deutschen Luftraum 1,61 Millionen Flüge registriert - das waren rund 21.000 mehr als im Vorjahreszeitraum. Im Juni 2019 wurden 304.374 Flüge gezählt.

30 Prozent aller europäischen Flüge führen über Deutschland

Der deutsche Luftraum macht zwar nur rund 3,5 Prozent des europäischen Luftraums aus, muss aber wegen seiner zentralen Lage etwa 30 Prozent des Verkehrsaufkommens bewältigen.

Zur Abwehr größerer Flugverspätungen im Sommer hatte die Deutsche Flugsicherung (DFS) mit ihrer Hausgewerkschaft GdF finanzielle Anreize für Beschäftigte vereinbart. Seit Juni können Lotsen, Flugdatenbearbeiter und Techniker freiwillige Zusatzschichten leisten.

Die DFS hat sich in dem "Kapazitäts- und Zukunftspakt" zudem verpflichtet, die Lotsenausbildung zu intensivieren. Zugleich wurde die Zusammenarbeit mit den Kontrollzentralen in den Nachbarländern ausgebaut. Gemeinsam werden seit Ende April Flüge auf stark frequentierten Strecken in den unteren Luftraum abgesenkt, um den überlasteten oberen Luftraum zu entzerren.

© dpa, Sebastian Willnow Lesen Sie auch: Fluglotsenmangel führt zu Level Capping und Verspätungen

Von: dk, dpa

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