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DRV fordert Regierung auf, nationale Gutscheinlösung ohne EU "umgehend umzusetzen"

Die Reisewirtschaft glaubt nicht mehr an die EU: Die Bundesregierung solle die von ihr offiziell angestrebte Gutschein-Lösung für Pauschalreisen im nationalen Rahmen umsetzen, fordert der DRV. Zwölf andere Staaten hätten das längst getan.

Flughäfen leer, Reisen abgesagt: Corona hält die Branche am Boden. © dpa / Matthias Balk

Der Deutsche Reisverband (DRV) fordert die Bundesregierung auf, angesichts der ablehnenden Signale aus Brüsssel eine verpflichtende Gutscheinlösung statt Bargelderstattungen für in der Corona-Krise abgesagte Reisen als nationales Recht umzusetzen. Dies sei aus Sicht des DRV rechtssicher möglich.

Es zeichne sich ab, dass die von der Bundesregierung bereits unter EU-Vorbehalt beschlossene verpflichtende Gutscheinlösung nicht auf Zustimmung des EU-Justizkommissars Didier Reynders stoße, so der Verband. Der EU-Politiker habe über Wochen nicht auf die Forderung der deutschen Bundesregierung reagiert.

Währenddessen haben laut DRV zwölf EU-Mitgliedstaaten "in einem Akt der Eigennothilfe" nationale Regelungen beschlossen oder auf den Weg gebracht. Zuletzt habe Portugal bekannt gegeben, eine nationale Gutscheinlösung umgesetzt zu haben.

Regierung soll Provisions-Ausfälle und Stornierungskosten erstatten

Die Wochen des Wartens der Bundesregierung indes hätten wertvolle Zeit gekostet. Der DRV fordere die Regierung daher auf, umgehend eine nationale Regelung zu beschließen. Ferner erneuert der DRV seine Forderung von Mitte März, dass die Bundesregierung Reisebüros die ausgefallenen Provisionen und Reiseveranstalter die Stornierungskosten erstattet.

© andreas-scheuer.de, Lesen Sie auch: Bundesregierung präsentiert Vorschlag zur Gutscheinregelung

"Die Reisewirtschaft hat als erste Branche ab Mitte Februar die Folgen von Covid-19 zu spüren bekommen und wird mit die längste Erholungsphase vor sich haben. Jetzt müssen Reiseveranstalter und Reisebüros vor drohender Insolvenz geschützt werden, sonst gehört die klein- und mittelständische Struktur des deutschen Reisemarktes schon bald der Vergangenheit an. Das geht nur durch unbürokratisch zu beantragende, direkte und nicht rückzahlbare Zuschüsse an Reisebüros und Reiseveranstalter, die sich an der Höhe der durch die Pandemie bedingten Rückerstattungen orientieren", sagte DRV-Präsident Norbert Fiebig.

Von: dk

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