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DRV warnt vor künftigem Fachkräftemangel in Tourismuswirtschaft

Beim Blick auf die Zahlen für das kommende Ausbildungsjahr schwant dem DRV wenig Gutes. Sowohl Politik als auch ausbildende Unternehmen müssten durch Flexibilität und mehr Engagement dafür sorgen, dass der Pandemie-Einbruch sich nicht verstetigt.

Beratung in einem Reisebüro © Thomas Cook

Mit Blick auf die Ausbildungssituation in der Tourismuswirtschaft befürchtet der Deutsche Reiseverband (DRV) einen durch die Corona-Krise verschärften, künftigen Fachkräftemangel. Der Ausblick auf das im Herbst beginnende Ausbildungsjahr sei besorgniserregend. "Im Vergleich zur Anzahl der neu abgeschlossenen Ausbildungsverträge im Vorjahr planen die Unternehmen nur noch rund halb so viele neue Ausbildungsplätze anzubieten", teilte das wichtigste Sprachrohr der Branche mit. Im Berufsbild der Tourismuskaufleute sei der Rückgang mit 64 Prozent gegenüber dem Vorjahr besonders deutlich.

"Die aktuellen Entwicklungen bereiten uns große Sorge, da zu befürchten steht, dass der Branche der Nachwuchs ausgeht", kommentiert der Präsident des Deutschen Reiseverbandes Norbert Fiebig die Lage. Die Ausbildungsbetriebe würden in dieser Ausnahmesituation dringend Hilfe brauchen, etwa durch eine staatliche Übernahme der Ausbildungsvergütung im ersten Ausbildungsjahr. "Es ist an uns allen, das Erfolgsmodell der dualen Ausbildung zu sichern."

40 Prozent aller Azubis in Kurzarbeit

Die Auszubildenden in der Reisewirtschaft leiden ganz besonders unter den Auswirkungen der Corona-Pandemie und den Maßnahmen zur Eindämmung des Virus. 40 Prozent der Unternehmen der Reisewirtschaft mussten alle ihre Azubis in Kurzarbeit schicken. Das habe die jüngste Umfrage des Verbandes unter kleinen und mittelständischen Ausbildungsbetrieben ergeben. Viele Ausbildungsbetriebe schätzten die derzeitige Lage demnach als so kritisch ein, dass eine Insolvenz nicht ausgeschlossen werden könnten. Die Auszubildenden dieser Unternehmen müssten Sorge haben, dass ihr Ausbildungsvertrag gekündigt werde.

Der DRV appelliert nun sowohl an Politik wie auch an die Unternehmen, die er vertritt, den toruistischen Nachwuchs zu fördern. Dass im neuen Konjunkturpaket der Bundesregierung auch Maßnahmen zur Sicherung des Ausbildungsplatzangebotes enthalten sind, wird explizit begrüßt. "Allerdings reicht der Zuschuss für weiterhin ausbildende Unternehmen nicht aus, um die drängendsten Herausforderungen der Reisewirtschaft zu lösen", so die Mitteilung. Die vorgesehenen Prämien von 2.000 oder 3.000 Euro könnten die Situation nicht grundlegend ändern.

© dpa, Lesen Sie auch: Reiseverbände erwarten nur wenig Nachfrage für Sommer-Flüge

Die Unternehmen sollen sich nach Vorstellung des DRV möglichst flexibel zeigen. Das Ausbildungsjahr müsse nicht zwingend am 1. August oder 1. September starten, sondern der Beginn könne nach eignem Ermessen gewählt werden. Lösungen dafür könnten mit den jeweiligen Berufsschulen entwickelt werden, damit der Jahrgang 2020 so stark wie möglich ins neue Ausbildungsjahr starten könne.

Von: dk

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