Drohnen sind für Piloten kaum zu entdecken

Forscher haben in einer Studie festgestellt, dass Piloten nur maximal ein Drittel der Drohnen in ihrer Umgebung im Vorbeiflug wahrnehmen. Das Sicherheitsrisiko sei sehr hoch und die Zahl der Fälle gefährlicher Annährungen wohl viel höher als vermutet.

In der Nähe von Flughäfen sind Drohnen ein immer größeres Sicherheitsrisiko © dpa / Julian Stratenschulte

In der Nähe von Flughäfen sind Drohnen ein großes Sicherheitsrisiko - und können einer Studie zufolge von Piloten kaum oder fast gar nicht erkannt werden. Nur in 3 von 22 Fällen seien in der Luft stehende Drohnen beim Vorbeiflug in geringer Höhe wahrgenommen worden, teilten Forscher der Oklahoma State Universität und der Embry-Riddle Luftfahrt Universität in Daytona Beach in Florida mit.

Etwas besser sah es aus, wenn sich das unbemannte Flugobjekt bewegte: Dann sichteten die Piloten es in 12 von 40 Fällen - was aber auch nur 30 Prozent entspricht. Über ihre Experimente berichten die Forscher im "International Journal of Aviation, Aeronautics, and Aerospace".

Nur sehr kurz Zeit für eine Reaktion

Die Drohnen wurden dabei aus einer Entfernung von 65 bis etwa 700 Metern entdeckt. Selbst bei einer Sichtung in maximaler Entfernung sei die Zeit, die Piloten für eine Reaktion bleiben würde, gering. Vor allem dann, wenn das ferngesteuerte Objekt sich auf das Flugzeug zubewege. "Gefährliche Begegnungen zwischen Flugzeugen und Drohnen werden immer häufiger zum Problem", sagte Ryan J. Wallace von der Embry-Riddle-Universität. Die von Piloten gemeldeten Zahlen seien dabei vermutlich nur die Spitze des Eisbergs.

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Immer wieder hatte es in den vergangenen Jahren Drohnenalarm an Flughäfen gegeben. Dabei war unter anderem die Londoner Flughäfen Heathrow und Gatwick vorübergehend lahmgelegt worden. Auch der Frankfurter Flughafen wurde mehrmals zumindest kurzfristig geschlossen. Drohnen können den Forschern zufolge Flugzeuge zum Absturz bringen, wenn sie in die Motoren gelangen.

An deutschen Flughäfen wurden im ersten Halbjahr 2019 etwas weniger potenziell gefährliche Drohnen gesichtet als zuvor. Nach Jahren ansteigender Fallzahlen sind bei der Deutschen Flugsicherung (DFS) innerhalb der ersten sechs Monate 70 Berichte über Drohnensichtungen auf oder in der Nähe von Flughäfen eingegangen. Das waren 5 weniger als zur Hälfte des bisherigen Rekordjahrs 2018, wie das bundeseigene Unternehmen in Langen bei Frankfurt im Juli mitgeteilt hatte.

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Von: dk, dpa

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