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Dreamliner-Triebwerke sorgen für hohen Jahresverlust bei Rolls-Royce

Mehrere Dutzend Boeing 787 mussten im Herbst gegorundet werden, weil sich Triebwerksschaufeln bei den Trent-1000-Motoren von Rolls-Royce vorzeitig abnutzten. Der abermalige Rückschlag bei dem Modell hat Spuren in der Bilanz der Briten hinterlassen.

Rolls Royce Triebwerk an einer Boeing 787 © AirTeamImages.com / Yochai

Den britischen Triebwerksbauer Rolls-Royce sind die Probleme mit seinem "Dreamliner"-Triebwerk Trent 1000 im vergangenen Jahr teuer zu stehen gekommen. Unter dem Strich stand ein Verlust von 1,3 Milliarden britischen Pfund (rund 1,5 Mrd Euro), wie der Konkurrent der amerikanischen Triebwerksbauer General Electric und der United-Technologies-Tochter Pratt & Whitney am Freitag in London mitteilte.

Vor allem eine Sonderbelastung von 1,4 Milliarden Pfund schlug ins Kontor. Dennoch ging das Minus im Vergleich zum Vorjahr um fast die Hälfte zurück. Bereits 2018 hatten die Probleme den Konzern erheblich belastet und unter dem Strich einen Verlust von 2,4 Milliarden Pfund verursacht.

Die Neuentwicklung der der Triebwerksschaufeln dauert noch

Für das Dreamliner-Triebwerk, dessen Triebwerksschaufeln sich vorzeitig abnutzten, entwickelt Rolls-Royce die Schaufeln der Hochdruckturbinen-Stufe des Motors neu, was allerdings voraussichtlich bis 2021 dauern werde, teilte das Unternehmen mit. Trotz der anhaltenden Schwierigkeiten mit dem Trent 1000 gelang es Rolls-Royce, den Umsatz im Jahr 2019 zu steigern. Die Erlöse stiegen um 5 Prozent auf 16,6 Milliarden Pfund. Dabei profitierten die Briten von guten Geschäften in allen Sparten, besonders in der zivilen Luftfahrt stand ein deutliches Plus zu Buche. Der um Sondereffekte bereinigte operative Gewinn kletterte um rund ein Viertel auf 808 Millionen Pfund.

Für das Jahr 2020 peilt Rolls-Royce beim bereinigten operativen Gewinn ein Wachstum von 15 Prozent im Kerngeschäft an. Der Umsatz soll auf vergleichbarer Basis stabil bleiben oder im niedrigen einstelligen Prozentbereich wachsen. Im Hinblick auf sein Mittelfristziel bleibt der Triebwerksbauer zuversichtlich. An der Börse kamen vor allem das operative Ergebnis gut an - die Aktie legte in den ersten Handelsminuten einem schwachen Gesamtmarkt rund sechs Prozent zu.

Die Folgen des neuartigen Coronavirus sieht Rolls-Royce als Risiko und hat mögliche Belastungen durch die Epidemie aus seinen Prognosen ausgeklammert. Die Epidemie könne in naher Zukunft Auswirkungen auf das Wachstum des Luftverkehrs haben, sagte Unternehmenschef Warren East. Der Konzern beobachte die Entwicklungen daher genau und werde den Markt über entsprechende Gegenmaßnahmen informieren. Ungeachtet dessen bleibe der langfristige Wachstumstrend intakt, hieß es

Von: dk, dpa

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