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Ein Passagier in der Premium Class von Condor. © Condor

Bei einem "Downgrade" in eine niedrigere Kabinenklasse im Flugzeug kann ein Reisender den Vertrag kündigen und Schadenersatz verlangen. Eine Ausgleichszahlung nach EU-Recht gibt es aber nicht. Das entschied das Landgericht Landshut (Az.: 41 O 2511/16), wie die Deutsche Gesellschaft für Reiserecht in ihrer Zeitschrift "ReiseRecht aktuell" berichtet.

Hifly führte den Flug für Condor aus

In dem verhandelten Fall ging es um die Reise einer Familie in die Dominikanische Republik. Gebucht wurden bei Condor Flüge in der Premium Economy Class (3380 Euro) und ein Hotel (7622 Euro). Die Flüge wurden jedoch von dem Wet-Lease-Carrier Hifly durchgeführt, wie Condor den Urlaubern einige Wochen vor Abflug mitteilte.

Am Abflugtag erfuhren dann die Reisenden, dass wegen Überbuchung keine Plätze mehr in der Premium Economy verfügbar waren. Sie wurden deshalb in die normale Economy Class herabgestuft. Die Familie sah sich dadurch veranlasst, die Reise ganz abzusagen - und auch die teure Hotelübernachtung zu stornieren.

Das Gericht sprach der Familie Schadenersatz für die bezahlten Flüge, das Hotel sowie Taxikosten zu. Es habe keine Verpflichtung bestanden, das "Downgrade" zu akzeptieren. Die vertraglich zugesicherte Beförderung sei nicht erbracht worden.

Da die Beförderung jedoch nicht gänzlich verweigert wurde, musste die Airline keine weitere Entschädigung nach der EU-Fluggastrechteverordnung zahlen. Das Urteil stammt vom 4. Mai 2017.