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Identifizierung bis jetzt verborgener Lärmquellen DLR nimmt aeroakustischen Windkanal in Betrieb

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat einen neuen Niedergeschwindigkeits-Windkanal mit einem besonders leisen Gebläse eröffnet. So können dort die aeroakustischen Eigenschaften von Lärmquellen untersucht werden, die bislang vom Eigenlärm des Windkanals nicht identifiziert wurden.

Niedergeschwindigkeits-Windkanal in Braunschweig © DLR
Gebläse des Niedergeschwindigkeits-Windkanals © DLR

Das Deutsche Zentrum für Luft- und Raumfahrt (DLR) hat in der vergangenen Woche gemeinsam mit der Stiftung Deutsch-Niederländische Windkanäle (DNW) den nach eigenen Angaben leistungsfähigsten aeroakustischen Windkanal der Welt eröffnet.

Dort untersuchen Wissenschaftler die aeroakustischen Eigenschaften von Objekten wie Triebwerken oder Tragflächen. Der Braunschweiger Windkanal zählt heute nicht nur zu den leisesten, sondern kann durch seine hohe Flexibilität sowohl für Flugzeuge als auch für Autos eingesetzt werden. Hierdurch bieten sich neue Möglichkeiten, Lärmquellen und deren Emissionen besser als bisher zu erfassen und konstruktiv zu reduzieren.

Identifizierung bis jetzt verborgener Lärmquellen

Bei modernen Verkehrsflugzeugen sind vor allem die dominanten Hauptquellen der Geräuscherzeugung, zum Beispiel ausgefahrene Fahrwerke bei der Landung, Gegenstand der Forschung. Andere, kleinere Lärmquellen, die in ihrer Summe ebenfalls eine beträchtliche Bedeutung haben, konnten bisher aufgrund des hohen Eigenlärms des Windkanals nicht identifiziert werden. Dies ist nach der Umrüstung des Braunschweiger Windkanals möglich.

So ist der Windkanal durch eine spezielle Beschaufelung des Gebläses leiser als herkömmliche Kanäle. Die Schaufeln in der Stromröhre haben ein besonderes Profil, wodurch der Gebläse-Lärm darüber hinaus nahezu eingesperrt wird. Um die Messstrecke herum wurde ein akustisches Plenum – ein schalltoter Raum - gebaut, das Lärm bis zu Frequenzen von 40 Kilohertz - weit im für Menschen nicht hörbaren Bereich - absorbiert. Damit ist der Windkanal leiser, und die Wissenschaftler können weitergehende akustische Messungen durchführen. In Europa gibt es keinen vergleichbaren Windkanal, mit dem diese Messungen für Flugzeuge möglich sind.

Mit einer maximalen Geschwindigkeit von 320 Kilometern in der Stunde zählt der Braunschweiger Windkanal zu den so genannten Niedergeschwindigkeits-Windkanälen. Da Flugzeuge beim Start oder bei der Landung sowie Autos auf Autobahnen keinen höheren Geschwindigkeiten ausgesetzt sind, ist der Niedergeschwindigkeits-Windkanal Braunschweig (NWB) auf diesen Wert begrenzt. Alle höheren Geschwindigkeiten werden in transsonischen Windkanälen getestet.

Von: airliners.de mit DLR

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